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Uwe Märtens wirft hin

SPD braucht neue "Nummer eins" Uwe Märtens wirft hin

SPD-Politiker Uwe Märtens hat seinen Rückzug von der Liste für die Stadtratswahl bekanntgegeben. Eigentlich hätte der Rodenberger als Spitzenkandidat ins Rennen gehen sollen - doch interne Kritik bewog ihn nach eigenen Angaben dazu hinzuwerfen.

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Erst in der vergangenen Woche waren Uwe Märtens (links), Anja Niedenzu und Henning Kommerein auf die ersten drei Listenplätze gewählt worden.

Quelle: Archivbild

Rodenberg. "Nach ein wenig Überlegungszeit, die ich mir für die Frage genommen habe, ob ich weiter für die SPD im Rat der Stadt Rodenberg kandidieren soll, bin ich nun zu dem Entschluss gekommen, in der Stadt Rodenberg zur nächsten Kommunalwahl im September 2016 für die SPD nicht anzutreten", schreibt Märtens. Ausschlaggebend dafür war die Kritik des SPD-Mitglieds Roland Kramer, der für die SPD-Liste mit Märtens auf Platz eins keine Erfolgsaussichten sah (wir berichteten).
 

Mit fünf Gegenstimmen das schlechteste Ergebnis

"Dieses, ich nenne es wohlwollend Statement des Genossen Kramer, ist  nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Eine solche Kommunikation in der Öffentlichkeit spricht leider nicht für ein Miteinander, wie es in einer Organisation wünschenswert wäre", so Märtens nach rund zehntägiger Bedenkzeit. Dabei bewertet der SPD-Ratsherr aber nicht nur Kramers Aussage sondern auch das Wahlergebnis, bei dem ausgerechnet er als Spitzenkandidat wohl eine deutliche Mehrheit aber von allen Bewerbern auf der Liste mit fünf Gegenstimmen das schlechteste Ergebnis eingefahren hatte.
 

"Nicht aalglatt"

Doch es dürften auch noch andere Gründe eine Rolle spielen. Denn explizit zur Seite gesprungen war ihm bei der Wahl auch niemand aus dem Ortsverein. Märtens, der die Dinge gern intellektuell und programmatisch angeht, verzichtete stets auf volksnahe Formulierungen und galt als weitgehend isoliert im Ortsverein, wenn auch als Politiker mit großem Sachverstand. Der Hobbyschriftsteller, der dem Calenberger Autorenkreis angehört, stellte Realismus und Sachzwänge in den Vordergrund. Er sei nun mal nicht aalgatt, hatte er auf Kramers Kritik geantwortet.
 

Keine Unterstützung für "Büro"

Selbst sperrige Projekte wie das Bündnis für Bürokratie (Büro) trieb Märtens jahrelang nahezu allein voran - angesichts der Tatsache, dass er eine der führenden Figuren der städtischen SPD war, ein recht ungewöhnlicher Umstand.  Im vergangenen Herbst zog Märtens jedoch aufgrund ausbleibender Unterstützung dann doch die Notbremse und löste Büro auf.
 

Nun also folgt der Rückzug aus der Stadtpolitik. "Um für die SPD vor Ort im Herbst ein gutes Ergebnis zu erzielen, bereiten Negativschlagzeilen dieser Art sicherlich nicht gerade den Weg", räumt Märtens ein. Daher ziehe er die Reißleine und kehre der Politik in der Stadt Rodenberg mit den Wahlen im September den Rücken.
"Dem Ortsverein wünsche ich gutes Gelingen, allerdings auch intern eine bessere und vor allem respektvolle Kommunikation", schreibt Märtens den Genossen ins Stammbuch. Aus der Samtgemeindepolitik zieht sich Märtens nicht zurück. Die SPD-Liste dafür wird in Kürze verabschiedet. Der Rodenberger ist Vorsitzender des SPD-Samtgemeindeverbands und hat einen Sitz im Samtgemeinderat inne.

Im Stadtrat ist Märtens seit 2006 für die SPD vertreten. Seit 2011 fungiert er zudem als Fraktionssprecher, woran sich bis zum Ende der Wahlperiode auch nichts ändern soll. Die Rodenberger Ortsvorsitzende, Niedenzu, wollte am Donnerstag noch nicht Stellung zu den Vorgang beziehen. "Das ist jetzt alles noch zu frisch", sagte sie. Wie es nun weitergeht wolle sie mit dem Ortsvorstand und dem Unterbezirk besprechen. Nach Aussage der stellvertretenden Kreiswahlleiterin, Katharina Augath, liegt die Entscheidung beim Ortsverein, ob eine ganz neue Liste erstellt und beschlossen wird oder ob alle verbliebenen Bewerber um einen  Platz aufrücken. Auf Position eins stünde dann Niedenzu.  gus
 

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