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Verkehrsrowdy kriegt gerade noch mal die Kurve

Justiz zeigt Entgegenkommen Verkehrsrowdy kriegt gerade noch mal die Kurve

Vom Saulus zum Paulus: Weil ein früherer Verkehrsrowdy seinen Fahrstil offenbar radikal geändert hat und freiwillig zur verkehrspsychologischen Beratung gegangen ist, zeigt sich die Justiz entgegenkommend.

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Quelle: pr.

Rodenberg/Bückeburg. Zur Beratung hatte den Rodenberger (27) dessen Verteidiger Volkmar Wissgott geschickt. „Das war eine gute Tat“, meint Thorsten Garbe, Berufungsrichter am Landgericht in Bückeburg.

Anscheinend hat es gefruchtet: Auf den letzten fast 40000 Kilometern ist nichts mehr passiert, der Rodenberger scheint die Kurve zu kriegen. In einem Berufungsverfahren hat es die 4.

Kleine Strafkammer des Landgerichts jetzt zwar bei einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen belassen, die das Amtsgericht Stadthagen im September verhängt hatte, aus zehn Monaten Führerscheinsperre machten die Berufungsrichter jedoch ein dreimonatiges Fahrverbot.

Damit fährt der Angeklagte deutlich besser, denn nach einer Sperrfrist muss die entzogene Fahrerlaubnis neu beantragt werden, nach einem Fahrverbot nicht. Angeklagt war der reuige Rodenberger wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs. Ein Motorradfahrer, dem der 27-Jährige die Vorfahrt genommen hatte, kann von Glück reden, dass er beim anschließenden Sturz nicht schwer verletzt worden ist.

Am Nachmittag des 20. März 2014 fuhr der Rodenberger mit seinem Polo auf der Kreisstraße aus Richtung Algesdorf und wollte nach links auf die Bundesstraße 65. Von rechts nahte ein Auto, dessen Fahrer nach links in die K53 abbiegen wollte.

Diesem nahm der Verkehrsrowdy als Erstes die Vorfahrt, ohne dass es allerdings zu einem Unfall kam. Dahinter folgte jedoch ein Motorradfahrer, der geradeaus weiterfahren wollte und angesichts des Autos, das direkt vor ihm einscherte, ein Problem bekam.

Der Biker sah sich zu einer Vollbremsung gezwungen, die zum Sturz führte. „Nur durch Zufall erlitt er keine Knochenbrüche“, heißt es im Urteil aus erster Instanz. Es blieb bei einem Schleudertrauma, Schürfwunden und Prellungen. Nicht nachweisen ließ sich, dass der Rodenberger das Motorrad hinter dem Auto bemerkt hat.

Erst auf der Kreuzung will er die Maschine aus dem Augenwinkel gesehen haben. Nach eigenen Angaben ging er davon aus, dass nichts passiert war. Die Ecke ist offenbar gefährlich. „Ich erlebe es häufiger, dass die Fahrzeuge nicht anhalten, sondern einfach reinfahren“, erzählt der Biker. In seinem Fall „ging alles blitzschnell“.

Nach dem Sturz hatte ein Augenzeuge mit dem Auto die Verfolgung aufgenommen und das Kennzeichen des Verursachers notiert. „Das war gut“, lobte Richter Garbe den Mann. „Ich finde es großartig, was Sie gemacht haben.“

Der Angeklagte kommt auf vier Einträge im Flensburger Verkehrsregister. Zu den jüngsten Vorwürfen hatte er im ersten Prozess geschwiegen. Mittlerweile steht er zu seiner Schuld. Im Berufungsverfahren stellte ihm der Verkehrspsychologe als Zeuge vor Gericht ein gutes Zeugnis aus. ly

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