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Rodenberg Vom Bäumchen zum Schattenspender
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Vom Bäumchen zum Schattenspender
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00:18 02.10.2017
Die Eiche am Bouleplatz ist heute ein stattlicher Schattenspender. Quelle: gus
Algesdorf

Gemeinsam mit den SN erinnerte sich der Algesdorfer an die Tradition der Turnfest-Reisen, die das Vereinsleben enorm bereicherten.
Erstmals hatte eine Abordnung des TSV im Jahr 1976 ein Turnfest besucht, und zwar jenes im österreichischen Salzburg. Vorangegangen war 1969 die Neugründung der Turnsparte des Vereins. Geübt wurde im damaligen Gasthaus Zur Linde. Nach Salzburg war auch der seinerzeit existierende Spielmannszug des TSV mitgefahren.
Nach den tollen Erfahrungen in Salzburg, laut Kruckenberg der schönste Besuch eines Turnfestes für die Algesdorfer, folgten ein halbes Dutzend weitere Ausflüge zu Bundesturnfesten in Deutschland und noch wesentlich mehr Reisen zu Landes- und Bezirksturnfesten. Außerdem besuchten TSV-Gruppen solche Veranstaltungen in Villach (Österreich) und in Birr (Schweiz).

Rund 60 Teilnehmer

Um die 60 Teilnehmer – hauptsächlich Kinder und Jugendliche – zählten die größten Algesdorfer Abordnungen bei diesen Sportveranstaltungen. Bald nahm die Größe der Gruppen aber ab, 2005 besuchte Kruckenberg noch einmal ein Turnfest in Berlin, allerdings ohne weitere Begleiter seitens des TSV. Auch andere Vereine aus Schaumburg reisten regelmäßig zu Turnfesten, aus Liekwegen, Rolfshagen und Bad Nenndorf beispielsweise. Vor Ort wurde geturnt, aber auch Volleyballturniere und Leichathletik standen auf dem Programm.
Die Besucher übernachteten bei den großen Veranstaltungen wie 1987 in Berlin in Schulen. Bei kleineren Ausgaben wurden Unterkünfte in den Häusern anderer Turnbegeisterter vermittelt. Bleibenden Eindruck hinterließ auch der Besuch in Birr im Jahr 1982, weil dort eine Freundschaft zu einem eidgenössischen Turnverein entstand, die bis heute anhält. So besuchte eine große Delegation von dort die TSV-Jubiläumsfeier in 2013. Beim Landesturnfest 1980 in Verden knüpften die Algesdorfer zudem eine Freundschaft zu einer israelischen Sportgruppe, die heute allerdings ein wenig eingeschlafen ist.

Reise ohne Komplikationen

Die Reise ins damals noch geteilte Berlin verlief Kruckenberg zufolge weitgehend ohne Komplikationen. Schikane und aufwändige Durchsuchungen habe die Gruppe nicht erlebt. In West-Berlin ereignete sich eine Anekdote, an die sich zwei Algesdorfer noch immer gern erinnern. Heinz Kruckenbergs Sohn Lars und dessen Kumpel Jens Kapmeier waren noch zu später Stunde in der Stadt unterwegs und verpassten so die letzte Bahn. Als sie der Besatzung eines Polizeiwagens erklärten, sie seien auf dem Weg zu ihrer Unterkunft in einer Schule, begriffen die Beamten die Situation und chauffierten sie bereitwillig dorthin.
Fahrten zu Turnfesten mit teilnehmenden Sportlern gibt es mittlerweile nicht mehr im TSV. Aber allein wegen der Vereinsfreundschaften hat sich die Sache ausgezahlt. Und die Eiche, die Heinz Kruckenberg vor 30 Jahren als 80 Zentimeter hohes Bäumchen pflanzte, ist heute ein stattlicher Schattenspender neben der TSV-Boulebahn. gus