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Rodenberg Von wegen Stempel drauf
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Von wegen Stempel drauf
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00:17 21.07.2017
Ein junger Mann mit großer Sammelleidenschaft: Thorsten Krause ist Vorsitzender der Briefmarkenfreunde Rodenberg und Umgebung. Quelle: göt
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RODENBERG

Anfangs sei das mit der Akzeptanz etwas schwierig gewesen, erinnert sich Krause, doch schnell haben die Mitglieder ihren jungen Vorsitzenden akzeptiert und schätzen gelernt. Mit bereits 19 Jahren übernahm Krause den Verein, in dem der Altersdurchschnitt bei etwa 67 Jahren liegt. Schon mit 13 Jahren hatte Krause Verantwortung im Vorstand übernommen. Von 2004 bis 2009 war er für die Jugendgruppen zuständig. Aus mangelnder Aktivität lösten sich diese jedoch nach und nach auf, bis sie 2010 komplett verschwanden. Im gleichen Jahr übernahm Krause das Amt von Hans Janietz, der den Verein seit dessen Gründung im Jahr 1969 geleitet hatte. „Ich bin da irgendwie reingerutscht“, schmunzelt der 26-Jährige, „in meiner jugendlichen Naivität habe ich einfach Ja gesagt“.

Heute macht sich Krause Sorgen um die Nachwuchssituation der Briefmarkenfreunde. Der Verein hat 35 Mitglieder. „Die Überalterung im Verein ist ein großes Problem“, sagt er. Früher hatte der Verein 150 bis 200 Mitglieder. „Zu den Aktiven lassen sich heute vielleicht 20 Leute zählen“, sagt Krause, „und viele davon könnten meine Großeltern sein“.

Junge Menschen für Altes begeistern

Krause sammelt vordergründig Postkarten aus Rodenberg. „Das ist ein sehr interessantes Gebiet“, sagt er. Im Gegensatz zu Briefmarken gibt es keine Verzeichnisse, weshalb sich das Sammeln sehr spannend und überraschend gestaltet. Etwa 120 Postkarten hat Krause von der Deisterstadt gesammelt, die Älteste ist von etwa 1890. Das Sammeln von Briefmarken, Stempeln oder Postkarten werde nie langweilig, so Krause. Es gibt sehr viele verschiedene Gebiete, auf die man sich spezialisieren kann. Das wecke förmlich den Jäger- und Sammlerinstinkt im Menschen.

Krause sammelt jedoch nicht nur Briefmarken: Musik, Modellautos, Blechdosen, Bücher, Radios, Tonbandgeräte, Filme. „Das hat Ausmaße angenommen…“, sinniert er. Seine 29-Quadratmeter-Wohnung in Hannover ist voll mit verschiedensten Utensilien.

„Ich mag alte Sachen“, erzählt er. Deshalb kann er auch nur ansatzweise verstehen, warum Briefmarken von Jugendlichen als verstaubt und uncool angesehen werden. Die Hoffnung im Verein ist groß, dass auch junge Leute die Freude an älteren Dingen bald zurückgewinnen, und die Zukunft und das Fortbestehens des Vereins sichern. göt

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