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Vorsorgen für den Winter

Nabu Rodenberg Vorsorgen für den Winter

Der Nabu-Verband Rodenberg hat das Winteruartier für Fledermäuse bei Algesdorf weiter optimiert. In die Eisentür des früheren Wasserbassins am Alten Busch haben die Naturschützer ein Einflugfloch installiert.

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Martin Thake (von links, Wasserverband Nordschaumburg), Karsten Leifheit, Bernd Ellersiek und dessen Sohn Julius bei der Arbeit.

Quelle: pr.

Algesdorf. Außerdem wurde in den linken Bunker Wasser eingelassen, sodass der Boden jetzt komplett wasserbenetzt ist. In dem Bereich hängen auch die Steine für die Winterquartiere der Fledermäuse.

Nach Angaben Bernd Ellersieks ist das Einflugloch vier mal 20 Zentimeter groß – also eher ein Einflugschlitz. Die zusätzliche Öffnung soll dazu beitragen, dass die Flugsäuger das Winterquartier schneller annehmen. Im vergangenen Herbst hatte der Nabu die ersten Installationen darin vorgenommen (wir berichteten). Im bevorstehenden Winter könnten die ersten Fledermäuse dort einziehen.

„Der Wasserverband Nordschaumburg unterstützt dieses Projekt in besonderer Weise: Er stellt das abgesicherte Gebäude dem Nabu Rodenberg zur Verfügung“, schreibt Ellersiek in einer Pressenotiz.

Der alte Wasserbehälter sei ideal für das Winterquartier der Fledermäuse, weil er frostfrei bleibe und darin eine hohe Luftfeuchtigkeit herrsche. So können die Tiere weder erfrieren noch austrocknen. Darüber hinaus sind die Fledermäuse dort ungestört. „Einige Arten bevorzugen kühle Überwinterungsplätze, andere benötigen jedoch etwas wärmere Bereiche“, so Ellersiek. Die Temperatur der Winterquartiere liege daher zwischen zwei und zwölf Grad Celsius. Auch hinsichtlich der Hangplatzwahl unterscheiden sich die Arten. Besonders das Mausohr bevorzugt offene Ruheplätze.

Während des Winterschlafes laufen sämtliche Lebensfunktionen auf Sparflamme. Der Herzschlag fällt von ungefähr 600 Schlägen pro Minute auf derer zehn ab, und auch die Atemfrequenz geht stark zurück. Während des Schlafes ist der Stoffwechsel fast komplett ausgeschaltet. Auf diese Weise verbrauchen die Fledermäuse ausgesprochen wenig Energie und können von ihren Fettreserven leben. Es handelt sich jedoch nicht um einen echten Schlaf. Die Fledermäuse registrieren alles, was in ihrer Umgebung passiert. Treffender wäre der Name „Winterlethargie“, so Ellersiek.

Die Fledermäuse benötigen für das Aufwachen aus ihrer Ruhephase allerdings viel Energie. Dies geschieht im März und im April. Dann kann es vorkommen, dass ein Tier nicht über einen ausreichenden Fettvorrat verfügt und langsam stirbt. Besonders bei häufigen Störungen im Winterquartier kann dies passieren, da die Tiere zwangsläufig aufwachen und unnötig von ihren Reserven zehren.

Umso wichtiger ist das Winterquartier bei Algesdorf für die hiesigen Bestände. „Seit den 1950er Jahren sind die Fledermausbestände in Deutschland dramatisch eingebrochen. Viele ihrer Quartiere werden unwissentlich zerstört, wenn Gebäude saniert, Hohlräume versiegelt oder alte Bauten abgerissen werden“, erklärt Ellersiek.

Auch die Nahrungsgrundlage für die Fledermaus schwinde: Die industrialisierte Landwirtschaft biete Insekten immer weniger Lebensraum, sodass die Flugsäuger kaum noch Beute finden.

gus

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