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CDU lehnt Maulkorb ab

Vorstand legt in Protokoll-Affäre nach CDU lehnt Maulkorb ab

Die Rodenberger CDU legt im Streit um André Hoffmanns Kreistagskandidatur nach. Dem Algesdorfer werfen zwei Vorstandsmitglieder nun auch vor, gelogen zu haben. Außerdem kritisieren Vorsitzender Erhard Steege und Schriftführerin Christel Oberheide den Kreis-Chef, Klaus-Dieter Drewes.

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Beide, Hoffmann und Drewes, wollen sich inhaltlich nicht mehr zu der Sache äußern. Steege und Oberheide sehen den Ortsverband Rodenberg am Pranger. Die Christdemokraten aus der Deisterstadt stehen als schlechte Verlierer da, die das Votum des Kreisparteitags nicht akzeptieren, wonach Hoffmann sich knapp gegen die Kandidatin des Verbands, Patricia Kasper, durchsetzte. Die Protokollveränderung, die Hoffmann vorgenommen haben soll, werde dagegen von Teilen der CDU verharmlost.

Zu Unrecht, wie Steege und Oberheide finden. Daher haben sie gegenüber dieser Zeitung den gesamten Vorgang noch einmal detailliert dargelegt und betont, dass auch der Kreisvorsitzende über all diese Vorgänge im Bilde war, bevor es beim Parteitag zum Eklat kam. Demnach hat Hoffmann bereits vor etwa einem Jahr mehrfach gegen die Nominierungspraxis des Amtsverbands Rodenberg für die Samtgemeinderatswahl aufbegehrt.

Doch die Ortsverbände wollten beim bewährten Modell bleiben, wonach sie die Kandidaten gemäß eines bestimmten Schlüssels aufteilen. Hoffmann soll wiederum favorisiert haben, alle Listenplätze per Abstimmung des Amtsverbands zu besetzen, und nicht nur eine vorher ausgehandelte Liste zu verabschieden. Seinerzeit erwog der Algesdorfer selbst noch eine Kandidatur für den Samtgemeinderat.

In einem Sitzungsprotokoll tauchte dann ein Satz auf, wonach der Amtsverband befürwortet habe, dem damaligen Vorsitzenden Hoffmann seien bis zu den Sommerferien 2015 die Namen sämtlicher Samtgemeinde-Kandidaten durch die Ortsverbände mitzuteilen. Darüber war aber nie gesprochen worden, weshalb Hoffmann mit dem Satz konfrontiert wurde. Mehrere Monate lang bis November zogen sich anschließend die Querelen hin, bis Hoffmann auf Drängen aller Ortsverbands-Chefs zurücktrat.

Doch dabei ging es nicht nur um den einen Satz sondern darum, wer ihn ins Protokoll geschrieben hatte. Bei der ersten Konfrontation soll Hoffmann behauptet haben, die Protokollantin habe die Worte verfasst, woraufhin dem damaligen Amtsverbandsvorsitzenden die Version der Protokollantin vor die Nase gehalten worden sei – und darin fehlte der besagte Satz. Hoffmann habe anschließend auch keineswegs klein bei gegeben, vielmehr habe er Monate später versucht, das Protokoll mit dem hinzugefügten Satz vom Vorstand beschließen zu lassen.

Für Steege und Oberheide steht fest: Hoffmann wollte sich aus der Sache herauswinden und bezichtigte deshalb die Protokollführerin. Der Algesdorfer streitet jedoch ab, seine Parteikollegin, die nicht genannt werden will, derart beschuldigt zu haben, wie er auf Anfrage erklärte. Ansonsten verweist er auf das laufende Verfahren zur Protokoll-Affäre und lehnt weitere Äußerungen dazu ab. Steege und Oberheide sehen aber den Umstand, dass alle Ortsverbandsspitzen in der Samtgemeinde Hoffmann aufgrund der Vorgänge den Rücktritt nahe gelegt hatten, als Beleg dafür, dass sie die Vorgänge richtig einordnen.

Und deshalb wollen sie sich nicht den Mund verbieten lassen. Genau dies aber habe der Kreisverband versucht. Unter der Androhung von Parteiausschlussverfahren habe Drewes untersagt, die Protokoll-Affäre öffentlich zu machen. Auch der Kreisgeschäftsführer, Hagen Holste, soll sich gegenüber dem Hülseder Ortsvorsitzenden Dirk Tetzlaff derart geäußert haben. Schriftliche Aussagen dazu liegen innerhalb der Rodenberger CDU vor. Drewes begründet das Vorgehen mit dem Versuch, Schaden von der Partei abzuwenden, wobei er nicht mit Ausschlussverfahren gedroht, sie lediglich als möglich bezeichnet haben will.

Sein Vorgehen bei der Nominierungskonferenz, als er Hoffmanns Kandidatur zuließ, aber Reden zur Protokoll-Affäre ablehnte, verteidigt Drewes ebenfalls. Er habe für einen geregelten, mit den Parteistatuten konformen Ablauf zu sorgen gehabt. Als Affront gegen den Ortsverband Rodenberg, der als einziger seine Liste nicht durchbrachte, sei dies nicht zu werten gewesen, auch habe er Hoffmann nie protegiert.

Drewes betont, dass er auch bei jedem anderen CDU-Verband eine Kampfkandidatur zugelassen hätte, wenn bei der Konferenz ein Einzelbewerber wie Hoffmann angetreten wäre. Ferner stört den Kreis-Chef, dass der Rodenberger Vorstand jetzt erneut an die Öffentlichkeit geht, obwohl es noch in dieser Woche ein Gespräch zwischen Kreisvorstand und Ortsvorstand geben soll. gus

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