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Weniger Strahlung mit Erdkabel

Runder Tisch Südlink Weniger Strahlung mit Erdkabel

Beim dritten „Runden Tisch Südlink“ des Bundestagsabgeordneten Maik Beermann (CDU) stand das Thema Krankheitsrisiko durch Strahlung im Fokus. Erdkabel sind demnach auch in dieser Hinsicht besser als Freileitungen.

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Quelle: gus

Rodenberg (gus). Referentin Gunde Ziegelberger vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erklärte, das von elektrischen Feldern grundsätzlich keine Gesundheitsgefahr ausgeht, sehr wohl aber von magnetischen Feldern. Hochspannungs-Gleichstromleitungen erzeugen beide Arten von Feldern.
Seit 1998 gelten Grenzwerte für Magnetfelder. Unterhalb dieser Werte seien auch Langzeitschäden weitgehend auszuschließen. Aber eine Unsicherheit räumte Ziegelberger beim Langzeiteinfluss geringer magnetischer Strahlung auf das Leukämierisiko bei Kindern ein. Auch eine Auswirkung lang anhaltender, schwacher Magnetstrahlung auf neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer sei nicht auszuschließen.
In beiden Bereichen gebe es aber auch keine eindeutigen Hinweise. Die Forschung sei nicht abgeschlossen, weil dem BfS bisweilen das Geld fehle. Außerdem sei es problematisch, dass bei Häufungen von Krankheitsfällen erst rückwirkend nach Ursachen geforscht wird.
Erdkabel erzeugen zwar im unmittelbaren Nahbereich stärkere elektrische und magnetische Felder als Freileitungen, doch bei Erdkabeln reicht die Strahlung weniger weit – bereits bei einem Abstand von 40 Metern seien die Grenzwerte unterschritten.
Allerdings muss eine Stromleitung über der Erde keineswegs die Hauptquelle für Strahlungsimmission selbst für nahe Anwohner sein. Auch Mikrowellen, TV-Geräte, Radios, elektrische Uhren und andere Geräte erzeugen Magnetfelder – dies gelte im Prinzip für alles, was Strom aus der Steckdose verbraucht. Ziegelberger bezeichnete kabelbetriebene Radiowecker auf dem Nachttisch als besonders kritisch. Dass eine Häufung von Krebsfällen in Pohle, die Ute Hübner von der dortigen Bürgerinitiative ansprach, auf die nahen Stromleitungen zurückzuführen ist, hielt Ziegelberger für unwahrscheinlich.
Der dritte Runde Tisch stand auch im Zeichen des Bundestags-Votums pro Erdkabel. Zum 1. Januar 2016 soll das beschlossene Gesetz in Kraft treten, sagte Beermann. Die Vorrangregelung sei ein erheblicher Fortschritt. Erdkabel werden jetzt beispielsweise automatisch verwendet, wenn der Mindestabstand der Leitungen von 200 Metern zu Einzelgebäuden und 400 Metern zu Wohnsiedlungen nicht eingehalten werden kann. Die Mehrkosten für das Kabel bezeichnete Beermann als nicht dramatisch für den Bund.
Es gibt aber noch weiteren Gesprächsbedarf. Landwirte, die auf einen Teil ihrer Ackerflächen verzichten müssen, weil ein Südlinkkabel durch ihre Felder verläuft, sollen entschädigt werden, aber nicht nur mit einer Einmalzahlung, so Beermann. Die Verhandlungen darüber laufen derzeit. 

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