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Widerstand und Sorgen wachsen

B65-Ausbau Widerstand und Sorgen wachsen

Den Ausbau der B65 mit der geplanten Verschwenkung sehen zahlreiche Landwirte und Grundeigentümer aus den Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf als heikel an. Ihre Sorgen und der damit einhergehende Widerstand wachsen.

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„Stoppt den Landfraß“, fordern die Landwirte und Grundbesitzer der Umgebung.

Quelle: pr

RODENBERG/NENNDORF. „Für diesen Zweck geben wir unser Land nicht her“, sagt Jürgen Wulf, Landwirt aus Rodenberg, stellvertretend für die aus etwa 25 Grundbesitzern bestehende Gruppe. Die Eigentümer haben sich schon vor etwa drei Jahren zusammengeschlossen, als die Planungen Form annahmen. Sie haben eine Art Pakt geschlossen und gemeinsam Einspruch gegen die Pläne eingelegt. Nun wollen die Grundbesitzer auch die anderen Bürger gezielt ansprechen, um das Vorhaben in dieser Form noch abzuwenden. Ist der Prozess erst im Planfeststellungsverfahren, habe man kaum noch Handhabe, meint Wulf.

 Das Problem sei nicht der Ausbau der B65 – ganz im Gegenteil: Man befürworte den Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum, erklärte Thomas Wille vom Bauernverband Weserbergland. Das Problem sei die trassenferne Verschwenkung. 44 Hektar nutzbares Land würde der Ausbau der aktuellen Planung zufolge schlucken. Die Strecke führe demnach nicht mehr dicht an Bad Nenndorf vorbei, sondern macht einen Bogen Richtung Rodenberger Gemarkung. „So wird unser Land durchschnitten“, kritisiert Wulf.

„Unser Kapital ist der Boden“

Zusätzliches Land wird für die Auf- und Abfahrten der B65 genutzt, sowohl an der Kreuzung zwischen Rodenberg und Bad Nenndorf, als auch zwischen Algesdorf und Riepen. Die zurückbleibenden Strecken sind, aller Voraussicht nach, klein und schiefkantig – dies sei schwer zu bewirtschaften, erklärt der Landwirt. Zudem sei die Bodenqualität an dieser Stelle sehr gut. „Unser Kapital ist der Boden“, so Wulf. Die Grundbesitzer befürworten deshalb einen Ausbau entlang der schon vorhandenen Trasse, beispielsweise als 2+1-Lösung, wie zwischen Heuerßen und Vornhagen.

Der Ausbau solle, so lautet die offizielle Argumentation, den Verkehr auf der B65 flüssiger und sicherer machen. Dies würde auch auf einen Ausbau an der vorgegebenen Trasse zutreffen, argumentieren die Grundbesitzer – wem nützt also dieser trassenferne Ausbau? „Wir stellen uns damit riesige Bauwerke in die Landschaft“, kritisiert Wulf das Projekt. Zumal es entlang der B65 eventuell sogar noch weitere Wirtschaftswege für die Landwirtschaft brauche, die das Land zusätzlich durchschneiden.

Halbe Existenz hängt an Ausbau

Die Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf expandieren. Die rege Bautätigkeit minimiert nach und nach die landwirtschaftlich genutzten Flächen, meint der Landwirt. Bisher sie dies nicht so schlimm, aber wenn immer wieder irgendwo Land abgeknapst wird, mache sich das bald bemerkbar.

Ein durchschnittlicher Betrieb bewirtschaftet knapp 70 Hektar Land, führt Wille ein Beispiel an. An den 44 Hektar durch den Ausbau hänge damit theoretisch eine halbe Existenz. Nun gehört diese Fläche nicht einem einzigen Betrieb, aber alle an diesem Grund beteiligten Betriebe müssen durch diese Abnahme der Anbauflächen mit einem Minus im Ertrag rechnen, meint Wulf, und ergänzt: „Die verbleibenden Flächen müssen noch intensiver bewirtschaftet werden“. göt

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