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Winterquartier für Fledermäuse

Noch keine Schlafgäste Winterquartier für Fledermäuse

Ein alter Wasserbehälter am Alten Busch in Algesdorf: An Orten wie diesem, wo es für Menschen eher ungemütlich ist, finden Fledermäuse ihr ideales Winterquartier – kalt, nass, still.

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Bernd Rose, Fledermausexperte vom Nabu-Regionalverband Hannover, erklärt Julius Ellersiek, wie er mit einem Spiegel schauen kann, ob sich in dem Schlafplatz eine Fledermaus eingerichtet hat.

Quelle: göt

Algesdorf. Eine schmale, wackelige Leiter führt mehrere Meter tief hinunter in den alten, in die Erde eingelassenen Wasserbehälter am Alten Busch in Algesdorf.

Dort unten gibt es kaum Licht. Alle sind mit Stirnlampen und Taschenlampen ausgerüstet. Es ist zwar kalt, aber einige Grad wärmer als draußen. Dicke Mauern halten den Frost fern.

Und es ist feucht, auch wenn das Wasser schon lange abgepumpt ist. An Orten wie diesem, wo es für Menschen eher befremdlich und ungemütlich ist, finden Fledermäuse ihr ideales Winterquartier.

Im Juli hat der Naturschutzbund (Nabu) diesen Trinkwasserspeicher umfunktioniert, nachdem der Wasserverband Nordschaumburg einen neuen Behälter eröffnet hatte. Beim Tag der offenen Tür im Mai hatte Bernd Ellersiek vom Nabu Rodenberg die Idee und begeisterte Werner Volker, Geschäftsführer des Wasserverbandes, und Wassermeister Holger Meier für sein Anliegen.

Bernd Rose, Fledermausexperte vom Nabu Regionalverband Hannover, richtete die Quartiere im Juli mit einigen Helfern ein. Rein theoretisch könnte der alte Wasserbehälter 500 Flugsäugern im Winter Obdach bieten. „Wenn sie den Weg einmal gefunden haben, vergessen sie ihn nie wieder“, so Rose. Bis so ein Quartier von Fledermäusen angenommen wird, kann aber einige Zeit vergehen. Schon im Juli rechnete Rose damit, dass es zwei bis drei Jahre dauern würde, bis sich auch nur zwei Fledermäuse dort einquartieren.

 Diese Vermutung bestätigte sich am Wochenende. Eine knapp 15-köpfige Delegation des Nabu nahm das Quartier unter die Lupe. Dabei war auch Cornelis Hemmer, Fledermausexperte aus Berlin. Der Blick der Fachleute richtete sich immer zuerst auf den Boden. Exkremente der Tiere wären das erste deutliche Indiz dafür, dass Fledermäuse den Weg in den alten Wasserbehälter gefunden haben. Anschließend leuchteten die Experten die Löcher in den Steinen aus, um zu sehen, ob dort Fledermäuse Winterschlaf halten.

Das Fazit: keine Spur von Fledermäusen. Hemmer rechnet sich hier aber gute Chancen aus, dass die Tiere das Quartier in den nächsten Jahren annehmen.

 Mit 6,5 Grad Celsius sei die Temperatur ideal. Die Luftfeuchtigkeit sei mit 81 Prozent aber etwas zu niedrig. Rose will nun den Wasserverband darum bitten, den Boden des alten Wassertanks noch einmal ein paar Zentimeter hoch mit Wasser zu fluten. Zudem sei der Schall recht groß, was bei Fledermäusen mit ihrer Echoortung zu Irritation führen könnte. Laut Hemmer ist das Problem aber leicht zu lösen, indem gezielt an einigen Stellen Korkmatten angebracht werden.  göt

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