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Zeugnis-Panne: Konsequenzen unklar

Rodenberg Zeugnis-Panne: Konsequenzen unklar

Der Fall der Rodenberger Gesamtschüler, die ein Jahr zu lange zur Schule gegangen sind, hat ein bundesweites Medienecho ausgelöst. Noch immer ist offen, ob die Betroffenen in irgendeiner Form entschädigt werden und ob der Vorfall für die IGS Konsequenzen hat.

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Die Rodenberger IGS steht derzeit bundesweit in den Schlagzeilen.

Quelle: gus

Rodenberg. Zu den möglichen Folgen nimmt die Niedersächsische Landesschulbehörde nur vage Stellung. „Wie in jedem Fall, in dem eine Situation beanstandet oder Kritik an dem Verhalten einer Person geäußert wird, ist der Sachverhalt aufzuklären und zu bewerten“, schreibt Pressesprecherin Bianca Schöneich auf Anfrage. Sollte sich bei der Prüfung ergeben, dass Konsequenzen zu ziehen sind, wäre dies aber nichts für die Öffentlichkeit, sondern als Personalangelegenheit zu schützen.

Zur Erinnerung: Zwei Absolventen des zehnten IGS-Jahrgangs hatten im Sommer 2015 den erweiterten Realschulabschluss verwehrt bekommen, obwohl ihre Noten dafür ausgereicht hätten. Dies kam allerdings erst in diesem Schuljahr heraus – beide Betroffene hatten da bereits die Klasse wiederholt. Nach Informationen dieser Zeitung wechselte ein Betroffener aber an eine andere Schule.

Schulleitung steht in der Verantwortung

Eindeutiger äußert sich die Landesschulbehörde zur Frage nach der Verantwortung für die Fehler. Grundsätzlich entscheidet demnach die Klassenkonferenz auf der Grundlage der erzielten Noten über die Vergabe eines Abschlusses. Zeugnisse werden vom Klassenlehrer und von der Schulleitung handschriftlich unterzeichnet. „Damit übernimmt die Schulleiterin/der Schulleiter letztlich auch die Verantwortung für den Inhalt des Zeugnisses“, schreibt Pressesprecherin Schöneich.

Gerüchten, dass sogar noch mehr als zwei Abschlusszeugnisse an der IGS Rodenberg verkehrt eingestuft worden sind, erteilte Schöneich aber eine Absage. „Weitere Fälle sind der Niedersächsischen Landesschulbehörde nicht bekannt“, heißt es in der Antwort auf die SN-Anfrage.

Ob die beiden Betroffenen – in welcher Form auch immer – eine Entschädigung erhalten, ist nach wie vor ungewiss. Dass die verlorene Zeit nicht wieder zurückzugeben ist, hatte die Behörde bereits in der vergangenen Woche erklärt. Zu möglichen Wiedergutmachungsversuchen – beispielsweise in Form einer gesponserten Auslandsreise – äußerte sich die Landesbehörde nicht.

Zumindest eine der betroffenen Familien will die Sache aber nicht einfach so auf sich beruhen lassen, wie diese Zeitung erfahren hat. Allerdings ist deren Ziel, sich mit der zweiten Familie kurzzuschließen, um ein mögliches gemeinsames Vorgehen zu verabreden. Noch ist dieser Kontakt aber nicht zustande gekommen.

Der entstandene Schaden hat zwei Seiten

Über die Vorfälle war bis zur Veröffentlichung in den SN an der IGS Rodenberg noch nicht viel gesprochen worden, heißt es aus Kreisen der Schule. Wohl auch, weil ein Betroffener in diesem Jahr eine andere Schule besucht hat. Ob die dortigen Lehrer den Fehler in diesem Fall aufdeckten, weil sie die verkehrte Einstufung des Abschlusszeugnisses ihrer Rodenberger Kollegen erkannt hatten, bleibt Spekulation – eines der vielen Gerüchte, die jetzt in der Stadt zur Zeugnis-Panne kursieren, besagt aber genau dies.

Der den Familien entstandene Schaden hat zwei Seiten, wie ein Beobachter, der namentlich nicht genannt werden möchte, erklärt: Einerseits geht es um ein unnötiges Schuljahr der Kinder, die sich mit ganz neuen Klassenkameraden zurechtfinden mussten. Ob dafür ein Schmerzensgeld zu erstreiten ist, sei Auslegungssache. Außerdem ist den Familien aber ein zusätzliches unterhaltspflichtiges Jahr entstanden. Denn der Eintritt ins Berufsleben sei in beiden Fällen um ein Schuljahr verzögert worden. gus

Armutszeugnis

Ein Kommentar von Guido Scholl

Pädagogen und Kultusbeamte lassen für gewöhnlich keine Gelegenheit aus, um zu betonen, wie wichtig ihnen die Schüler sind. Von individueller Förderung und dem Wohl des Einzelnen ist gern die Rede. Im Fall der falsch beurteilten Zeugnisse an der IGS Rodenberg zeigt sich, was solche Worthülsen im Ernstfall wert sind. Möglich, dass beide Betroffene unterm Strich ohne jeglichen Versuch einer Wiedergutmachung bleiben. Auch ein öffentliches Bedauern seitens der Rodenberger Schulleitung hätte der Sache sicherlich gutgetan. Stattdessen herrscht Schweigen. Und das ist wahrlich ein Armutszeugnis.

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