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Zigtausend Euro Schaden durch Betrug

Prozess gegen Rodenberger Zigtausend Euro Schaden durch Betrug

Vor dem Bückeburger Amtsgericht hat der Prozess gegen einen Rodenberger (25) begonnen, der im großen Stil Filialen einer Handelskette um Waren für mehrere Tausend Euro geprellt hatte. Zum Prozessauftakt hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Geklärt werden muss nun die Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

RODENBERG/BÜCKEBURG. Bei seinen kriminellen Aktivitäten ist ein Rodenberger (25) viel herumgekommen. Er war in Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Hildesheim und Celle unterwegs, um nur einige Städte zu nennen. Auch nach Nordrhein-Westfalen und Bremen zog es ihn. Überall dort gibt es nämlich Filialen einer Handelskette, auf die es der mutmaßliche Täter abgesehen hatte. Seine Masche: Unter anderen Namen bestellte er auf der Homepage des Unternehmens im Internet Elektrogeräte.

Gewerbsmäßiger Betrug und Urkundenfälschung

Beim Abholen der Ware in den jeweiligen Filialen legte der Rodenberger dann gefälschte Vollmachten vor. Die Rechnung lag im Paket. Dass sie zahlen sollten, erfuhren die angeblichen Besteller erst, wenn per Post die erste Mahnung kam. Für die Fahrten nutzte der Rodenberger einen Dienstwagen, den ihm sein damaliger Arbeitgeber gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt hatte. Vor dem Landgericht in Bückeburg muss sich der 25-Jährige zurzeit wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung in 81 Fällen verantworten. Fünf Taten davon betreffen Verträge mit Mobilfunkunternehmen, die der Rodenberger mit gefälschten Vollmachten auf fremde Namen abgeschlossen haben soll, um an wertvolle iPhones zu kommen, die Kunden bei solchen Geschäften erhalten.

Mobiltelefone für mehrere Tausend Euro

Zum Prozessauftakt hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Im Gegenzug stellte ihm die 1. Große Strafkammer nach einem Rechtsgespräch aller beteiligten Juristen eine Haftstrafe zwischen dreieinhalb und vier Jahren in Aussicht. Notebooks, iPads, Spielekonsolen: Laut Anklage beläuft sich der Schaden auf fast 40000 Euro, wenn man die Preise auf der Homepage der Handelskette als Maßstab nimmt. Hinzu kommen Mobiltelefone für mehrere Tausend Euro, um die das Mobilfunkunternehmen geprellt wurde. Ein Hehler aus Minden soll die Elektrogeräte gekauft haben. Für ein iPad im Wert von 599 Euro soll der Betrüger beispielsweise 300 Euro bekommen haben, für eine 399 Euro teure Playstation 200 Euro.

Eigenen Angaben zufolge wollte der Rodenberger, der noch bei seinen Eltern lebte, mit dem Geld unter anderem seine Spiel- und Drogensucht finanzieren. „Ohne Cannabis ging der Tag gar nicht los bei mir“, erzählt der 25-Jährige. Täglich will er sechs bis acht Gramm Marihuana konsumiert haben, zeitweise auch Kokain, Alkohol nebenbei. Geld brauchte der Rodenberger auch aus einem anderen Grund: Er will Schulden bei Drogenhändlern gehabt haben und von diesen massiv unter Druck gesetzt worden sein. „Ich wurde mit einer Waffe bedroht“, berichtet er.

Ein Psychiater soll beurteilen, ob der 25-Jährige ein Fall für die Entziehungsanstalt ist. Diese Unterbringung ist auf maximal zwei Jahre begrenzt und würde auf die Strafe angerechnet.

Kein Unbekannter für die Justiz

Für die Justiz ist der 25-Jährige, der bereits in Haft sitzt, kein Unbekannter: Im Mai 2013 hatte ihn eine andere Kammer des Landgerichtes wegen Betruges in 22 Fällen zu 26 Monaten Haft verurteilt (wir berichteten). Auch damals war es zum Teil um hochwertige Mobiltelefone gegangen. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass der Rodenberger unter zwanghaftem Spielen litt, zur Tatzeit aber trotzdem voll schuldfähig war. Im laufenden Prozess steht die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten erneut auf der Tagesordnung.  ly

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