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Samtgemeinde Rodenberg Änderungen fürs Anrufauto möglich
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Änderungen fürs Anrufauto möglich
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13:01 29.06.2018
Das Anrufauto-System funktioniert derzeit nur mit einem Taxi-Unternehmen. Quelle: Ole Spata/dpa
Samtgemeinde Rodenberg

Die Kosten für den Personennahverkehr der Samtgemeinde sind nach wie vor hoch.

Das Anrufauto bedeutete für die Samtgemeinde Rodenberg im vergangenen Jahr Aufwendungen in Höhe von 58 600 Euro. 11 500 Euro kostete die Beförderung von Rodenberger Schülern zur KGS Bad Münder, 8200 gab die Kommune für den Nachtliner aus, der Feiernde an Wochenenden vom Bahnhof Wunstorf in die Samtgemeinde Nenndorf und Rodenberg bringt.

Aus den ÖPNV-Fördermitteln des Landes erhält die Samtgemeinde weniger als die maximal möglichen 50 Prozent, weil manche Fahrten in Konkurrenz zum ÖPNV gelten. Dies müssen Taxifahrer nicht prüfen, die Samtgemeinde erstattet dennoch die Restkosten dieser Touren – der Landkreis zahlt dafür aber keinen Zuschuss.

2017: Insgesamt 5675 Fahrten

5675 Fahrten wurden in 2017 abgerechnet, wobei SPD-Ratsherr Klaus-Werner Volker nachrechnete und nur auf 5575 kam. Davon verliefen 4608 innerhalb der Samtgemeinde, die meisten haben die Ziele Rodenberg und Lauenau. Es folgen Bad Nenndorf, Bad Münder und Stadthagen mit jeweils um 60 Touren. Eine durchschnittliche Fahrt kostet 10,20 Euro. Davon erhebt die Samtgemeinde vier Euro von den Fahrgästen. Jörg Döpke, zuständiger Fachbereichsleiter, sagte, dass der Eigenanteil der Fahrgäste hochgeschraubt werden könnte, um das Angebot dauerhaft zu sichern.

Das Anrufauto ist Döpke zufolge ausgesprochen zuverlässig. In 2017 seien nur zwei Touren jeweils aus außergewöhnlichen Gründen ausgefallen. „Im Moment wird alles gut bedient“, sagte Döpke auch mit Hinweis auf den Wegfall eines Anbieters – das Bad Nenndorfer Taxiunternehmen Schaller wurde nach dessen Insolvenz der Vertrag gekündigt (wir berichteten). Seither ist Taxi Kühl alleiniger Anbieter.

Nicht nachzuprüfen ist, ob die Nutzer das Anrufauto bestellen, um zum Arzt zu gelangen oder zum Einkaufen. Arztbesuche waren einst der Hauptgrund für die Einführung des Transportmodells. Allerdings war es auch ein Ziel, Einwohner kleinerer Orte günstige Fahrten zum Einkaufen zu ermöglichen.

Volker: Menschen in kleinen Orten fördern

Daniela Kastning (WGSR) und auch Volker forderten mehr belastbare Daten, um über mögliche Schritte diskutieren zu können, die den Zuschussbedarf verringern könnten. Das Geld einfach „in die Fläche zu streuen“ hielt Volker für verkehrt – es gehe im Kern um die Förderung der Menschen in den kleinen Orten.

Grundsätzlich sei das Projekt zu unterstützen. Döpke hielt es für schwierig detaillierte Angaben zu Fahrten und Fahrgästen zu erheben. Auch Ausschussvorsitzender Dirk Holm-Bertelsen (WGSR) sagte, selbst wenn ein Passagier bei einer Arztpraxis aussteigt, könne er von dort aus zur Einkaufstour starten.

„Aus der hohlen Hand“ hielt er Lösungsvorschläge für ausgesprochen schwierig. Daher solle das Thema zunächst zur Beratung in die Fraktionen gegeben werden. Döpke erinnerte an die großzügige Kostenteilung: „Wir sind nicht verpflichtet, 60 Prozent dazu zu geben“, sagte er. Gestartet war das Anrufauto mit 12000 Euro Jahresaufwand. Die Transportkosten zur KGS sind mittlerweile im Griff. Der Nachtliner fällt Ende 2018 weg. gus