Samtgemeinde Rodenberg (bab). Das „Anruf-Auto“ ist seit Dezember 2007 ein Angebot der Samtgemeinde. Sie subventioniert Taxifahrten zwischen den Mitgliedskommunen und jetzt seit einem Jahr auch nach Bad Nenndorf, Wunstorf, Hameln, Bad Münder und Stadthagen. So sollen Einwohner ohne eigene Fahrmöglichkeit zu Ärzten, Krankenhäusern, Geschäften und Bahnhöfen kommen können. Die Ausdehnung auf die Nachbargemeinden gibt es seit dem 1. Dezember 2010 und soll die mangelnden öffentlichen Verbindungen kompensieren.
In der Rodenberger Verwaltung liegt zwar noch keine differenzierte Statistik über die Fahrten von 2011 vor, doch die Tendenz ist dort auch aufgefallen. „Generell ist es mehr geworden“, sagt Mitarbeiter Ingo Heuser. „Stetig gestiegen“ sei die Nachfrage aber in der gesamten Zeit, seit es das „Anruf-Auto“ gibt, weil sich das Angebot immer mehr herumspreche, meint er. Taxiunternehmer Torsten Thienel aus Rodenberg sieht noch eine andere Ursache: Der Landkreis hatte aus finanziellen Gründen und um Missbrauch vorzubeugen, die Ausgabe der Gutscheine für das „Seniorentaxi“ sanktioniert (wir berichteten). „Dafür gibt es nur noch eine begrenzte Anzahl von Bons“, sagt Thienel. Deshalb würden wohl viele, die früher über das Landkreis-Ticket fuhren, auf die Alternative der Samtgemeinde zurückgreifen. „Das muss man auch einkalkulieren“, sagt Thienel, dessen Fahrten 2011 für das „Anruf-Auto“ hauptsächlich von Senioren bestellt wurden. Die Reise gehe am häufigsten nach Bad Nenndorf und Stadthagen zum Bahnhof, zu Ärzten und ins Krankenhaus.
Was die Ziele betrifft, hat Lauenaus Taxiunternehmer Klaus Kühl vergleichbare Erfahrungen gemacht. Bei seinen „Anruf-Auto“-Gästen stehe Stadthagen ganz oben auf der Fahrtenliste. „Es hat auf jeden Fall zugenommen“, sagt Kühl zum Aufkommen der Transfers, „seit es die veränderten Routen gibt.“ Wunstorf werde allerdings weniger nachgefragt, die Ziele Bad Münder und Hameln lägen im Mittelfeld.
Das bestätigen auch die Zahlen der Samtgemeinde, die Heuser als kleinen Überblick herausgesucht hat. Wobei diese keine Rückschlüsse auf Gruppen- oder Einzelfahrten zuließen. 656 Fahrgäste seien nach Bad Nenndorf, 223 nach Stadthagen, 70 nach Bad Münder, 23 nach Hameln und 37 nach Wunstorf gefahren. Nach Thienels Erfahrung chauffieren die Kollegen meistens einzelne Personen. Er schätzt das Verhältnis Einzel- zu Gruppenfahrten 90 zu zehn Prozent.
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