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Samtgemeinde Rodenberg Ausschuss für Erhöhung der Ticket-Tarife
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Ausschuss für Erhöhung der Ticket-Tarife
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16:08 22.06.2018
Die Eintrittspreise der Freibäder in Rodenberg und Lauenau sollen ab 2019 angezogen werden. Quelle: Archiv
Rodenberg/Lauenau

Angestoßen worden war das Thema von Politikern unterschiedlicher Lager während der Haushaltsberatungen im Samtgemeinderat. Nun hat die Verwaltung Vorschläge dazu formuliert. Erwachsene sollen laut dem Zahlenwerk statt zwei Euro drei Euro pro Tageskarte bezahlen. Eine Zehnerkarte wird demnach von 17 auf 24 Euro verteuert. Bei Kindern und Jugendlichen ist ein Anstieg von einem Euro auf 1,50 Euro vorgesehen, ihre Zehnerkarten sollen zwölf statt acht Euro kosten.

Eine Saisonkarte für Besucher unter 18 Jahren wird dann mit 24 statt 21 Euro berechnet. Bei Erwachsenen sollen es 50 statt der bisher geltenden 35 Euro sein. Der Preis für eine Familiensaisonkarte wird von 70 auf 90 Euro erhöht. Kinder unter sechs Jahren sollen kostenlosen Zutritt haben.

Betriebsdefizit von 350.000 Euro pro Jahr

Bislang erwirtschaftete die Samtgemeinde knapp 78.000 Euro aus dem Eintrittsgeld. Dies ergab ein jährliches Defizit von gut 350.000 Euro beim Betrieb. Durchschnittlich steigen die Tarife nun um 40 Prozent. Dies wird voraussichtlich 17.500 Euro zusätzlich in die Kasse der Kommune spülen.

Uwe Märtens (SPD) sprach sich dafür aus, die beiden Bäder erst auf Vordermann zu bringen, speziell was die sanitären Anlagen betrifft. Vorher sei eine Gebührenanhebung nicht statthaft. Jörg Döpke, Fachbereichsleiter Innere Verwaltung, wehrte sich gegen die Darstellung, dass die Badeanstalten in schlechtem Zustand sind.

Märtens konterte mit Mängeln, die bei Besichtigungen bemerkt worden waren. In dem Punkt stimmte ihm Erhard Steege (Rodenberger Interessen) zu. Und er schloss sich auch einer Bewertung Döpkes an, wonach der Einnahmeanstieg recht gering ausfiele. Nach erforderlichen Sanierungen könnte sich Steege daher für noch größere Erhöhungen im Erwachsenenbereich erwärmen.

Kompromiss: Neue Gebührensatzung ab 2019 unter Vorbehalt weiterer Erhöhungen

Ausschussvorsitzender Udo Meyer (WGSR) warnte vor einem zu starken Sprung auf einmal und sagte: „Irgendwann sollten wir damit mal anfangen.“ Nicole Wehner (WGSR) warnte vor drohenden Bäderschließungen. Märtens hielt dagegen, dass so etwas bislang noch nie zur Debatte stand. Wilfried Mundt (SPD) war ähnlich unterwegs wie Steege und plädierte für eine noch höhere Aufstockung, da die Bäder dann immer noch im Bereich benachbarter Einrichtungen wären. Einen Sanierungsstau sah aber auch Mundt. Den gelte es abzubauen.

Meyer schlug als Kompromiss vor, für 2019 den Verwaltungsvorschlag in eine neue Gebührensatzung gießen zu lassen und sich weitere Erhöhungen vorzubehalten. Dafür stimmten die Politiker bei zwei Enthaltungen. Die Satzung kommt dann aber noch einmal in den Fachausschuss und danach in den Samtgemeinderat. Offen blieb die Frage nach einem Sozialtarif. gus