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Bedarfsplan muss nachsitzen

Samtgemeinde Rodenberg Bedarfsplan muss nachsitzen

Der Brandschutzbedarfsplan für die Feuerwehren der Samtgemeinde wird noch einmal neu in den politischen Fraktionen diskutiert. Dies ist das Ergebnis einer zähen Debatte im Feuerschutzausschuss.

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Symbolbild

Quelle: DPA

SAMTGEMEINDE RODENBERG. In dem Plan steht letztlich, wie viele Einsatzkräfte bei standardisierten Schadenslagen in welcher Zeit vor Ort sein sollen, um effektiv helfen zu können. Die festgeschriebenen Ziele sollen in 90 Prozent der Fälle erreicht werden. Mehrere dieser sogenannten Schutzziele übersteigen nach Angaben der Verwaltung jedoch die Möglichkeiten der Feuerwehren, unter anderem weil Fahrzeuge fehlen oder die Distanzen zu groß sind. Dies geht aus einem der Samtgemeinde vorliegenden Vorentwurf hervor. Die Kennzahlen dafür hatte die Kommune gemäß eines Ratsbeschlusses selbst vorgegeben.

In dem Entwurf ist aber nur die Ausrüstung, nicht die Mannschaftsstärke der Feuerwehren berücksichtigt worden. Auch angesichts der geplanten räumlichen Zusammenlegungen mehrerer Feuerwehren in der Samtgemeinde stellte Baufachbereichsleiter Jörg Döpke die Frage, ob die Planung nun fortgesetzt werden oder ob sich Politik und Verwaltung über mögliche Anpassungen der Kennzahlen Gedanken machen sollten.

Eingeklemmte sind keine Seltenheit

Wie hoch die Schutzziele sein müssen, darüber gingen die Meinungen auseinander. Gemeindebrandmeister Jens Löffler nannte als Beispiel den tödlichen Unfall eines Motorradfahrers bei Lauenau. Hätte der Motorradfahrer das Auto, auf das er geprallt war, an einer nur einige Zentimeter entfernten Stelle getroffen, wären in dem Wagen vier Personen eingeklemmt gewesen. Solche Szenarien mit mehreren Eingeklemmten, könnten ständig passieren. Daher sollte als Schutzziel auch die rechtzeitige Erreichbarkeit von Unfallorten mit ausreichend Feuerwehrkräften zur Befreiung mehrerer Eingeklemmter festgeschrieben werden.

Hans-Dieter Brand (SPD) waren einige Schutzziele zu detailgenau formuliert. Der Ausschuss müsse darüber diskutieren, ob das so gewollt ist. Klaus-Werner Volker (SPD) waren die Unwägbarkeiten hinsichtlich der Mannschaftsstärken zu groß. Es stelle sich die Frage, was die Kameraden zu leisten imstande sind. Da sei ein Spagat nötig, um Anspruch und Machbarkeit zusammenzuführen.

Motivation darf nicht verloren gehen

„Wir tun hier so, als wäre der Brandschutzbedarfsplan die Bibel der Feuerwehr“, sagte Andreas Kölle (SPD). Es gehe um ein Grundsatzpapier, das wichtige Anhaltspunkte liefere – nicht mehr. Ähnlich sah es auch Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla. Allerdings sagte Kölle auch, dass die Ausstattung der Feuerwehren nicht am unteren Limit liegen dürfe, da dann die Mitglieder die Motivation verlören.

Jürgen Wilkening (WGSR) waren die zeitlichen Vorgaben für das Erreichen der Einsatzstellen zu knapp gefasst. „Die Fahrzeit können wir nicht beeinflussen“, so Wilkening. Dem stimmte Volker zu. Er schlug vor, den Planentwurf noch einmal zur internen Diskussion in den Fraktionen zu stellen. Außerdem soll im Arbeitskreis Feuerwehr darüber nachgedacht werden, wie die Zeitvorgaben zu formulieren sind.

Die Planer sollen ihren Entwurf aber auch vorher noch einmal mit abgeschwächten Zeitzielen durchrechnen. Denn der Ausschuss stimmte kurioserweise für diese beiden eigentlich konträren Anträge.  gus

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