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Samtgemeinde Rodenberg Behörde darf Sahne nicht mit Bier vertauschen
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Behörde darf Sahne nicht mit Bier vertauschen
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00:28 23.10.2014
Der Test mit dem Stab zeigt: Was eben aussieht hat bei genauerer Untersuchung tiefe Mulden. gus
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Samtgemeinde Rodenberg.

Doch der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, Markus Brockmann, verteidigt die geplanten Arbeiten: Die Straße weise bereits tiefe Rillen auf.

Brockmann räumt ein, dass die Fahrbahn aus dem Auto heraus betrachtet noch ordentlich wirkt. Aber Experten der Landesbehörde hätten die Straße untersucht und zwei bis drei Zentimeter tiefe Spurrillen festgestellt. Daher herrsche Handlungsbedarf. Denn bei Nässe staue sich das Wasser in den Vertiefungen, was zu Rutschgefahr führe. Noch schlimmer könnten sich die Rillen bei Eis auswirken.

Zudem sei die B 442 im Bereich der Rodenberger Ortsumgehung auch altersbedingt reif für eine Sanierung. Etwa 15 Jahre muss eine Fahrbahndecke halten, die der Ortsumgehung ist aber bereits rund 20 Jahre in Gebrauch. Die Kosten der Sanierung betragen 600.000 Euro.

Doch nicht nur der subjektiv gute Zustand der Straße lässt Beobachter stutzen. Vor allem der Vergleich mit dem Erscheinungsbild anderer Wege wirft Zweifel an der Notwendigkeit der Sanierung auf. Eine Leserin aus Reinsdorf regte an, dass die Landesbehörde beispielsweise die Landesstraße 444 bei Soldorf und Groß Hegesdorf saniert.

Brockmann zeigt Verständnis für solche Gedanken, ihm seien aber die Hände gebunden. Das Geld für die Bundesstraßen stamme vom Bund, das für die Landesstraßen vom Land. Geld aus einem Topf in den anderen abzuzweigen, sei nicht erlaubt. „Da würden wir eins auf den Deckel bekommen“, betont er. Das wäre, als schicke eine Hausfrau ihren Mann zum Sahnekaufen, und der komme mit Bier zurück.

Grundsätzlich gebe der Bund mehr Geld für seine Straßen aus, an oberster Stelle stünden die Autobahnen. Es sei aber politischer Wille, dass auch die Bundesstraßen auf hohem Niveau in gutem Zustand sind. Die Landesbehörde habe die Auftragsverwaltung vom Bund für dessen Straßen inne, doch ein Mitspracherecht der Landesbeamten gibt es deshalb noch lange nicht. gus

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