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Samtgemeinde Rodenberg Buslinie 533 soll gestrichen werden
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Buslinie 533 soll gestrichen werden
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00:22 08.03.2018
Ein Bild, das es ab 2020 nicht mehr geben wird: Ein Bus der Linie 533 rollt von Rodenberg nach Bad Nenndorf, nachdem der Fahrer am Grünen Baum gewendet hat. Quelle: gus
Rodenberg/Nenndorf

Die derzeit von Empelde bis Bad Nenndorf verlaufende Tour sollte eigentlich bis Rodenberg, idealerweise bis zum Lauenauer ZOB, verlängert werden.

Doch wie Regionssprecher Klaus Abelmann auf Anfrage bestätigte, gibt es eine deutliche Mehrheit in der Regionsversammlung für ein Sparkonzept, das die Streichung der Linie 533 beinhaltet. Hintergrund ist der Versuch seitens der Region, das eigene Unternehmen Regiobus GmbH wirtschaftlicher zu machen (wir berichteten). Diese Maxime stand bei der Fortentwicklung des Nahverkehrsplans für den Raum Hannover im Zentrum. Fahrplanwechsel ist am 1. Januar 2020. Bis dahin existiert die Linie 533 noch.

Pro Fahrt nur sieben Passagiere

Abelmann führt als Hauptbegründung das geringe Interesse der Bevölkerung an der 533 ins Feld. Im Durchschnitt sitzen in den Bussen pro Fahrt nur sieben Passagiere – inklusive Ein- und Ausstiegen zwischendurch. Damit sei die Line „hoch unwirtschaftlich“. Die Stadt Barsinghausen habe innerhalb des Regionsverbunds den Fortbestand gefordert, doch dem sei die Politik in den bisherigen Sitzungen nicht gefolgt. Abelmann geht davon aus, dass dies auch in den heutigen Verhandlungen der Fall sein wird.

Ernüchterung in Rodenberg

Im Rodenberger Rathaus herrscht Ernüchterung angesichts dieser Ankündigung. Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla bezeichnet den Schritt als „bedauerlich und schwer nachvollziehbar“. Inmitten der Diskussionen um kostenfreien Nahverkehr, Dieselfahrverbote und zusätzliche Gleise am Hauptbahnhof Hannover werde eine komplette Buslinie gestrichen, obwohl bekannt war, dass sich die Samtgemeinde eine Verlängerung wünscht, die für die 533 auch eine deutliche Attraktivitätssteigerung dargestellt hätte.

Dieses Argument hat in der Betrachtung der Regions-Politik laut Abelmann keine Rolle gespielt. „Da kratzt man sich verwundert am Kopf“, so Hudalla. Die Fortführung bis Rodenberg oder Lauenau hätte wohl die Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) übernommen, da diese die nötige Konzession hätte.

Sprinter statt Bus

Hudalla findet die Streich-Option ein wenig plump. Schließlich hätte auch über eine Verringerung der Touren gesprochen werden können. Schließlich sei die 533 früher besonders am Wochenende sehr gefragt gewesen. Eine Zielgruppenanalyse hätte zu anderen Lösungen führen können. „Es müssen ja auch nicht immer große Busse eingesetzt werden“, gibt er zu bedenken. Sprich: Für diejenigen Fahrten, die kaum nachgefragt werden, reicht ein Sprinter. Touren mit solchen Transportern werden Abelmann zufolge innerhalb der Region Hannover sogar ausgebaut. Allerdings nur andernorts. gus