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Das Sterben der Dorfschulen

Wandel in den kleinen Ortschaften Das Sterben der Dorfschulen

An dem aus großen Sandsteinquadern gebauten Buswartehäuschen in Altenhagen II hat ein Steinmetz ein Kind modelliert. Es gilt als Symbol, dass der Schulweg zu Fuß in den Dörfern morgens nur noch bis zur Bushaltestelle führt.

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Heute einwichtigesZentrum:Das Pohler Schulgebäude wurde zum Dorfgemeinschaftshaus. Der Giebelbalken des Hülseder Schulgebäudes von 1797.

Quelle: nah

Nirgends finden sich mehr die meist einzügigen Klassen, die von nur einem Lehrer beaufsichtigt wurden. Vor 55 Jahren setzte das Sterben der kleinen Zwergschulen in der heutigen Samtgemeinde Rodenberg ein.

 Den Anfang machte Algesdorf. Ab 1961 mussten die Kinder ihre Ranzen nach Rodenberg tragen. Erst den Fünftklässlern wurde erlaubt, mit dem Fahrrad zum Unterricht zu fahren. Damals endeten die Schuljahre noch im Frühjahr. 1966 war am 31. März auch in Altenhagen II Schluss. Die Kinder wurden nach Messenkamp geschickt, wo der Betrieb noch bis 1976 weiterlief. Auch die Pohler Mädchen und Jungen blieben bis 1976 in ihrem Ort. In Feggendorf war dies sogar bis zum 31. Juli 1977 so.

 Ein frühes Ende erlebte das älteste Schulgebäude im Raum Lauenau: Schon 1839 war am Ortsrand von Schmarrie ein markantes Fachwerkhaus errichtet worden, damals noch mit einem großen Dielentor auf der Ostseite, das 1928 zugemauert wurde. 1969 endete der Unterrichtsbetrieb für die jüngeren Kinder, nachdem schon seit 1958 die siebten und achten Jahrgänge den täglichen Weg nach Hülsede antreten mussten.

 Die längste Schultradition dürfte es in Hülsede gegeben haben. 1558 legte Otto IV. von Schaumburg bald nach Einführung der Reformation fest, dass die Kinder „fürnehmlich mit dem Gebet und Katechismo und daneben Schreibens und Lesens, ihrer selbst und gemeinen Nutzens wegen, desgleichen mit Palmsingen desto bass unterrichtet und auferzogen“ werden. Der Kirchendiener unterrichtete daraufhin Kinder des Kirchspiels, zu dem Meinsen, Messenkamp, Altenhagen II und die frühere Försterei Blumenhagen gehörten. 1797 wurde ein Gebäude errichtet, das den Einzugsbereich in seinem Giebelbalken dokumentierte: „Aus dem Kohlenbrinke, Hülseder, Messenkamper und Altenhagener Holtz erbauet“. Der Schulstandort Hülsede wurde schließlich am 31. Juli 1976 aufgegeben.

 Die Groß Hegesdorfer Schule wurde Ende Juli 1969 aufgelöst, während die Kleinhegesdorfer und Soldorfer Mädchen und Jungen noch bis zum 31. Juli 1971 in ihrer bis dahin vertrauten Umgebung unterrichtet wurden. Mit dem Schuljahr 1973/74 hörte das Lernen auch in Reinsdorf auf. Die Lyhrener Kinder waren das Laufen da schon viele Jahre lang gewohnt: Der Ort bildete mit Apelern einen Schulzweckverband.

 Mit der Konzentration im Grundschulbereich traten für Lauenau ebenfalls Veränderungen ein. 1976 liefen Haupt- und Realschulzweig aus, von da an fuhren die Kinder mit dem Bus ins benachbarte Rodenberg, wo mittlerweile ein Schulzentrum entstanden war. nah

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