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Die Karten werden neu gemischt

Wahltag Die Karten werden neu gemischt

Der Wahlkampf klingt am morgigen Sonnabend aus. Am Sonntag haben dann 13 109 Wahlberechtigte die Gelegenheit zur politischen Willensbekundung, um sechs Gemeinderäte und den Samtgemeinderat neu zu besetzen.

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Quelle: pr.

Samtgemeinde Rodenberg. Für Spannung ist auf Ebene der Samtgemeinde gesorgt, da einerseits mit der Hülseder Gegenwind-Wählergruppe eine ganz neue Formation antritt und die WGSR auf neue Ortsgruppen in Lauenau und Messenkamp bauen kann. Damit könnte der Löwenanteil des Kuchens, den sich in der Regel ja die beiden Volksparteien – SPD und CDU – teilen, kleiner werden. Beim Urnengang 2011 entfielen auf Sozialdemokraten und Christdemokraten 75,6 Prozent der Stimmen, wobei die SPD mit 46,6 Prozent das deutlich bessere Ergebnis verbuchte. Die WGSR kam seinerzeit bereits auf 8,2 Prozent – ein zweistelliges Wahlergebnis wäre diesmal keine Überraschung.

Grüne bauen auf erneute Steigerung

Dieses Ziel hatten die Grünen vor fünf Jahren mit 11,8 Prozent erreicht und bauen nun auf eine erneute Steigerung. Abzuwarten bleibt, ob FDP und WIR in den Samtgemeinderat einziehen. Beide scheiterten vor fünf Jahren, während die Aktiven Demokraten mit zwei Prozent der Stimmen einen der 32 Ratssitze ergatterten.

Die Aktiven Demokraten, die einst aus der CDU hervorgegangen waren, haben sich aufgelöst. Daher können die Christdemokraten auf etwas Rückenwind aus dieser Richtung hoffen. Andererseits tritt die CDU in Messenkamp gar nicht mehr an. Ziel ist trotzdem, den Abstand zur SPD zu verringern und WGSR sowie Grüne auf Distanz zu halten.

Die Sozialdemokraten wiederum wollen klar stärkste Kraft bleiben. Insgeheim dürfte die SPD auf die absolute Mehrheit schielen, wobei das nur klappen kann, wenn FDP, WIR und die Hülseder Windkraft-Gruppe keine Sitze erringen. Derzeit verfügt die SPD über 15 Mandate, die CDU über neun. Die WGSR hat drei, die Grünen haben vier Sitze. Hinzu kommt das Mandat der Aktiven Demokraten, das derzeit noch Matthias Schellhaus hält. Außerdem hat der Samtgemeindebürgermeister eine Stimme.

Entweder 17 Sitze oder einen Partner

Bei vielen Entscheidungen hatte es der SPD in die Karten gespielt, dass mit Günter Altenburg ein CDU-Ratsherr nach internen Streitigkeiten fast immer mit der SPD stimmte. Zudem war bis 2014 der SPD-Politiker Uwe Heilmann Samtgemeindebürgermeister. Auf ihn folgte der parteilose Georg Hudalla. Somit braucht die SPD entweder 17 Sitze oder einen Partner um, wie bis 2014, die politische Richtung vorgeben zu können.

Kaum weniger spannend sieht es in drei Mitgliedsgemeinden aus. In Hülsede dürfte die Windkraft-Gruppe in den Rat kommen. Gelingt dem Grünen, Michael Ensslen, der Wiedereinzug, wäre die SPD diesmal wohl auf einen Partner angewiesen, um erneut den Bürgermeister stellen zu können.

In Lauenau will die SPD die absolute Mehrheit (2011: 54,1 Prozent) verteidigen, doch die große Unbekannte ist die neue Wählergemeinschaft, die sich aus der Anti-Windkraft-Initiative gegründet hat und zu der auch der frühere SPD-Politiker Jürgen Japes gehört.

WGR setzt auf Ralf Sassmann

Völlig offen ist, wer in Rodenberg fortan den Takt vorgibt. Dass die SPD (2011: 41 Prozent) stärkste Kraft bleibt, gilt als sicher. Ob die CDU (2011: 32,4 Prozent) aufholen kann, wird sich zeigen. Immerhin hat sie Sebastian Klein von den Aktiven Demokraten zurückgewonnen. Die WGR (2011: 16,5 Prozent) will diesmal über 20 Prozent kommen, setzt dabei aber vor allem auf die Popularität von Bürgermeister Ralf Sassmann. Hinzu kommt, dass die Grünen nun auch für den Stadtrat kandidieren und dass die FDP mit Marlies Berndt-Büschen quasi als gesetzt gilt.

In Apelern und Messenkamp käme es einer Sensation gleich, sollte die SPD ihre absolute Mehrheit verlieren – sie vereinigte dort 2011 jeweils rund 68 Prozent der Stimmen auf sich. Nicht ganz so deutlich behauptete die CDU die Mehrheit in Pohle, aber auch dort dürfte das Verhältnis von 54,5:45,5 Prozent nicht ins Gegenteil kippen. gus

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