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Ein kostspieliger Kampf gegen Windmühlen

Samtgemeinde Rodenberg Ein kostspieliger Kampf gegen Windmühlen

Die hiesigen Tierschützer sind zwar ehrenamtlich tätig, doch wenn sie ihre Sache ernst nehmen, haben sie einen Full-Time-Job. Allein das immer wieder vom Tierschutz angesprochene Elend freilebender, verwilderten Katzen, die sich und ihre Krankheiten unkontrolliert vermehren, hält den Tierschutzverein Rodenberg/Bad Nenndorf und Umgegend ständig auf Trab.

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Eine Katze ist Jutta Schneider und Annette Müller-Wallbaum in die Falle getappt.

Quelle: bab

Samtgemeinde Rodenberg (bab). Wie langwierig es ist, gegen das Problem zu Felde zu ziehen, zeigt sich zurzeit erneut. Jutta Schneider, Vorsitzende des Vereins, und ihre Stellvertreterin Annette Müller-Wallbaum haben sich eine Katzenpopulation in Reinsdorf vorgenommen, die sie verarzten und vor allem kastrieren lassen wollen. Anschließend müssen sie die nicht zähmbaren, wilden Tiere wieder ihrem Schicksal überlassen.
Morgens geht für die beiden Frauen die Arbeit los, an der Tierstation in Bad Nenndorf werden Käfige, Futter und Decken eingepackt und zur Einsatzstelle transportiert. Diesmal haben die Tierschützerinnen wenigstens den Segen der Familie, in deren Scheunen die Streuner leben. Oft müssen sie sich aber mit verständnislosen Menschen auseinandersetzten.

Die Katzen sollen eingefangen, zum Tierarzt befördert und dann für einige Zeit bis zur Ausheilung der Operationswunden in die Quarantäneabteilung der Tierstation gebracht werden. „Das ist nicht innerhalb von einem Tag erledigt“, sagt Schneider. Und als die Katzenfalle aufgestellt ist, zeigt Müller-Wallbaum auch, das selbst das Einfangen eine Sache von Tagen ist. „Wenn sie das Geräusch der fallenden Klappe ein paarmal gehört haben, gehen die Katzen nicht mehr rein.“ Beim ersten Durchgang tappen drei in die Falle. Doch dann ist erst einmal schluss.

Die Frauen geben auf. Ihre Falle und ihre Handynummer lassen die Tierschützerinnen vor Ort. Die Menschen, die die Katzen dort versorgen, sollen sich melden, wenn ein weiterer Vierbeiner im Käfig sitzt. Doch an diesem Vormittag klingelt das Handy nicht mehr.

Für die Tierschützer heißt das: Es kommen folgende Einsätze, niemand weiß, wie oft und wie viele Katzen noch eingefangen werden können. Je mehr wilde Katzen unfruchtbar gemacht werden können, desto geringer die unkontrollierte Vermehrung. Doch es ist ein durchaus kostspieliger Kampf gegen Windmühlen. „Wir können das nicht mehr bezahlen.“

Deshalb wird der Rodenberg-Nenndorfer Tierschutzverein sich weiter vehement für die Kastrationspflicht einsetzen, wie Schneider sagt. Denn auch nichtkastrierte, zahme Freigänger tragen zu dem Problem bei, wie der Deutsche Tierschutzbund in seiner Resolution dazu betont.

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