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Samtgemeinde Rodenberg Engpass beim Anrufauto
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Engpass beim Anrufauto
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16:17 12.09.2018
Das Anrufauto-System funktioniert nur dann reibungslos, wenn ausreichend Taxis verfügbar sind. Quelle: Archiv
SAMTGEMEINDE RODENBERG

Eine Rodenbergerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, berichtete, dass es oft selbst dann nicht mehr möglich ist, ein Anrufauto zu bestellen, wenn man einen Tag im Vorlauf darum bittet. Der Grund ist, dass nun nur noch das Taxiunternehmen Kühl für dieses Angebot zur Verfügung steht. Und dort fehle die Kapazität, um alle Wünsche erfüllen zu können. Dem Unternehmen machte niemand einen Vorwurf.

Die Verwaltung sucht nach einem zweiten Standbein, findet mangels Taxiunternehmen mit Konzession für die Samtgemeinde Rodenberg aber niemanden. Nach Darstellung mehrerer Betroffener ist ein weiteres Problem, dass Schüler, die einen Bus verpasst haben, per Anrufauto zur Schule – teils bis nach Stadthagen – gebracht werden. Dies solle unterbunden werden.

Nicht auf Senioren beschränkt

Beiratsvorsitzender Willi Gerland gab zu bedenken, dass das Anrufauto nicht auf Senioren beschränkt ist. Dies sei nur beim Seniorentaxi-Programm des Landkreises der Fall. Das Anrufauto soll speziell Menschen aus den Dörfern dazu dienen, auf erschwinglicher Basis zum Arzt, zur Verwaltung oder zum Einkaufen zu gelangen. Inwiefern Schüler damit transportiert werden, könne er nicht beurteilen – das Gerücht kenne er.

Außerdem wies Gerland darauf hin, dass die Kosten dieses freiwilligen Angebots für die Samtgemeinde ein großes Problem darstellen. Es werde sogar über Kürzungen oder zumindest veränderte Regeln nachgedacht, wie er bei einer politischen Sitzung erfahren habe. Grundsätzlich sei das Anrufauto ein Modell, für das die Samtgemeinde allenthalben gelobt werde.

Die Beschwerdeführer, die allesamt von einer Seniorenfitnessgruppe stammten, wiesen darauf hin, dass Rodenberg schlecht ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist. Dies will der Beiratsvorsitzende beim Landkreis erneut thematisieren. Eine schnelle Lösung erwartet Gerland indes nicht.

Genau überlegen, ob es das Anrufauto sein muss

Friedhelm Springinsguth wünschte sich von allen Nutzern des Anrufautos, dass sie sich genau überlegen, ob sie wirklich dieses Transportmittel nutzen müssen oder ob der Weg zum Einkauf beziehungsweise zur Chorprobe nicht doch auch per Rollator zu bewältigen ist. Zudem könnten Verwandte, Freunde oder Nachbarn um Beförderung gebeten werden.

Dennoch will der Beirat die Problematik noch einmal gegenüber Rat und Verwaltung ansprechen. Springinsguth bat die betroffenen Anrufauto-Nutzer, selbst zu den politischen Sitzungen zu kommen und dort „Stimmung zu machen“, denn diese Beratungen seien öffentlich. gus