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Erfolgsmodell mit Schattenseite

Samtgemeinde Rodenberg/ Anrufauto Erfolgsmodell mit Schattenseite

Trotz intensiver Diskussion um die Zuschüsse für das Anrufauto der Samtgemeinde Rodenberg ist im Ausschuss für Wirtschaft und Fremdenverkehr soll das System für 2014 unverändert bleiben. Obwohl die Summe, die die Kommune zuschießt, in 2013 erneut deutlich ansteigen dürfte.

Samtgemeinde Rodenberg. Der Erfolg des Anrufautos hat für die Samtgemeinde seinen Preis: Die Zuschüsse wachsen an. Dass dieser Betrag in den ersten sieben Monaten bereits fast so groß geworden ist wie im gesamten Jahr 2012, liegt daran, dass das beteiligte Unternehmen Funktaxen Schaller, das gemeinsam mit Taxi Kühl das Anrufauto-Modell betreibt, mehr Werbung gemacht und das Anrufauto intensiver angeboten hat, erklärte Verwaltungsmitarbeiter Ingo Heuser. Bis Juli standen Zuschüsse von fast 29 000 Euro zu Buche, in 2012 hatte die Samtgemeinde binnen zwölf Monaten knapp 33 900 Euro dazugelegt.

Die Samtgemeindeverwaltung hat nach Worten Günther Wehrhahns bereits Besuch von der Schaumburger Verkehrsgesellschaft gehabt, bei dem ein mahnender Zeigefinger erhoben worden sei, weil das Anrufauto auf der Schnellbusstrecke Haste-Lauenau verkehrt. Damit mache das Modell der SVG Konkurrenz. Wehrhahn wollte den Einwand „nicht verniedlichen“.

Börries von Hammerstein (CDU) warnte vor ausufernden Kosten. Es könne nicht sein, dass der ÖPNV ausgehebelt werde und Schüler per Taxi zur Schule transportiert würden. Die dem Ausschuss vorliegenden Zahlen bezeichnete der CDU-Ratsherr als undurchsichtig, er verlangte eine detaillierte Aufschlüsselung. Wehrhahn beteuerte: „Wir kontrollieren jede Fahrt.“ Es gebe für jeden Transport per Anrufauto einen Schein, der im Rathaus zur Abrechnung eingereicht werde.

Uwe Budde (SPD) sprach sich dafür aus, das Anrufauto noch ein weiteres Jahr im bisherigen Modus weiterrollen zu lassen. „Juxfahrten“ unternehme sicher niemand, und die Kontrolle sei ausreichend. Der Effekt, den die Thienel-Nachfolge durch Schaller gebracht habe, wiederhole sich nicht noch einmal. „Ich denke, dass wir im nächsten Jahr dieselben Beträge haben. Damit kann ich leben“, so Budde. Gestartet war das Auto mit einem Jahreszuschuss von 10 000 Euro.

Klaus Kühl berichtete, dass Fahrten nach Bad Münder stark nachgefragt sind. Hameln und Wunstorf steuere das Anrufauto indes eher selten an. Im Regelfall nutzten ausschließlich Menschen das Zuschuss-Taxi, die auch tatsächlich nicht in der Lage sind, andere Verkehrsmittel zu nutzen. Hin und wieder stiegen jedoch auch Menschen ein, die durchaus alternativ den Bus nehmen könnten.

Karsten Dohmeyer (Grüne) sprach sich für eine Streckenbegrenzung zwischen Bad Nenndorf und Bad Münder aus. Auch Schülertransporte sollten ausgeschlossen werden. Von Hammerstein plädierte für einen monetären Rahmen. Budde sträubte sich: Es werde bald eine Sättigung erreicht sein. Und Menschen, die häufig zum Arzt müssten, würden unter einer jetzt zu beschließenden Restriktion leiden. Von Hammerstein ließ sich überzeugen, die Anrufauto-Modalitäten noch ein Jahr unverändert zu lassen, zum Jahresende solle dem Ausschuss dafür aber eine Liste der Fahrten mit den zugehörigen Zielen vorliegen. Darauf einigte sich der Ausschuss. gus

Das Zahlen Nutzer des Anrufautos

Das Anrufauto steuert montags bis sonnabends zwischen 7.30 und 19 Uhr alle Ziele innerhalb der Samtgemeinde an. Erwachsene bezahlen pro Fahrt 3,50, Jugendliche und Kinder zwei Euro. Außerdem gibt es eine Ermäßigung für Gruppen von einem Euro pro Nase. Transporte nach Bad Nenndorf kosten fünf, nach Stadthagen, Bad Münder und Wunstorf zehn, nach Hameln 15 Euro. Nach Stadthagen und Bad Nenndorf gibt es eine Gruppenermäßigung von zwei Euro pro Fahrgast. Fahrzeuge und Fahrer stammen von den Taxiunternehmen Thienel und Schaller. gus

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