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Samtgemeinde Rodenberg Investoren wollen Projekte vorantreiben
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Investoren wollen Projekte vorantreiben
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00:18 04.02.2018
Windräder könnten bei Rodenberg oder Feggendorf entstehen. Quelle: Jan-Philipp Strobel/dpa
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Rodenberg/Feggendorf

Die Vorhaben werden nach Informationen dieser Zeitung aus dem Umfeld des Vereins Bürgerenergiewende Schaumburg unterstützt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Aktivisten, die für den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Sonne und Wind im Sinne des Naturschutzes eintreten.

Allerdings propagiert die Gruppe auch offen die Teilhabe der Bürger an daraus resultierenden Projekten. Diese können sich beispielsweise zu Betreiberkonglomeraten von Windparks zusammenschließen und mit dem erzeugten Strom Geld verdienen.

Deisterhang möglicher Standort

Bereits vor der Kommunalwahl 2016 hatte es Bestrebungen gegeben, Windräder bei Rodenberg zu errichten. Als Standort kommt der Deisterhang infrage. Vertreter sämtlicher hiesiger Politik-Gruppierungen hatten solchen Plänen aber strikte Absagen erteilt. Selbst in der Hand hat die Samtgemeinde es aber nicht, ob hier Windräder gebaut werden oder nicht. Ein Erlass des Landes erteilt Windkraftprojekten eine Art Vorzugsrecht.

Demnach müssen Kommunen Projekten dieser Art unter bestimmten Umständen grünes Licht geben, wenn nicht zwingende Gründe dagegen sprechen. Dies können zu geringe Abstände von Wohnbebauung oder auch Naturschutzgründe sein. Bei Eimbeckhausen ist es Windkraftgegnern auch aus Hülsede vor Kurzem gelungen, den Bau von Windrädern zu verhindern, weil sie Vorkommen seltener Vogelarten nachweisen konnten.

Bürgerinitiative gegen Pläne

Allerdings sind Kommunen auch dazu verpflichtet, Windkraftnutzung angemessenen Raum zuzugestehen. Daher war vor einigen Jahren schon einmal der Versuch gestartet worden, ein Vorranggebiet dafür nahe Feggendorf auszuweisen. Dort bildete sich – wie in Hülsede – eine Bürgerinitiative. Bald kehrte wieder Ruhe ein, und die Pläne verschwanden aus der öffentlichen Debatte. Nun müssen sie wohl wieder hervorgekramt werden. Allzu groß ist die Anzahl geeigneter Flächen indes nicht.

Sowohl Hülsede als auch Feggendorf haben mittlerweile in Egbert Gelfert beziehungsweise Nicole Wehner Windkraftgegner als Volksvertreter im Samtgemeinderat. Auf dieser Ebene wird der Flächennutzungsplan diskutiert. Darin müssten entsprechende Änderungen vorgenommen werden, um Windkraftzonen auszuweisen.

Wildwuchs bei Coppenbrügge

Gibt es keine solchen Einträge, können Investoren bauen, wo sie wollen, solange sie gewisse Vorgaben beispielsweise den Abstand zu Siedlungen betreffend einhalten. Mehrfach hatten Gegner in zurückliegenden Debatten in der Samtgemeinde Rodenberg mahnend das Beispiel Coppenbrügge genannt, wo auf dieser Grundlage ein regelrechter Wildwuchs von Windenergieanlagen entstanden ist.

Somit besteht eine Zwickmühle: Irgendwo muss die Politik ein Vorranggebiet ausweisen – doch kein Ort will solch eine Zone in seiner Nähe haben. gus

Südlink wohl endgültig vom Tisch

Ein anderes Schreckgespenst im Zusammenhang mit der Energiewende scheinen die Samtgemeinden Nenndorf und Rodenberg endgültig los zu sein. Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla hat mitgeteilt, dass die Südlink-Trassen, die durch hiesiges Gebiet verlaufen, nicht erneut von der Bundesnetzagentur geprüft werden. Hintergrund ist eine Forderung des Landes Thüringen, die hiesigen Trassen als Alternativen zu solchen in dem östlichen Bundesland in Erwägung zu ziehen. Doch das Unternehmen Tennet, das den Südlink-Korridor plant, hat Hudalla zufolge in einem Schreiben erklärt, dass die Schaumburg betreffenden Trassen vom Tisch sind. Tennet berufe sich dabei auf Informationen der Bundesnetzagentur.

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