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Kein Wetter für Wildbratwurst

Neunter „Deistertag“ Kein Wetter für Wildbratwurst

So wechselhaft wie die Witterung ist der neunte „Deistertag“ am gestrigen Sonntag in der Samtgemeinde Rodenberg verlaufen. Ständig drohende Schnee- und Regenschauer haben Besucher in Teilen ferngehalten.

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Ungewöhnlicher Anblick: der Einsatz von Rückepferden im Deister.

Quelle: nah

Samtgemeinde Rodenberg. Darunter litten besonders die Aktionen an „Kriegers Rast“ bei Rodenberg: Es war kein Wetter für Wildbratwurst und Kräuterwanderungen.

Ein bisschen enttäuscht schauten deshalb Förster Andreas Ludewig und Kräuterexperte Helmut Zieband auf die wenigen Mitwanderer. Eigentlich sollte der Ausflug mit Blicken auf Bäume und Bodenflora zwei Stunden dauern. Doch schon nach der Hälfte musste umgekehrt werden: Im Nu war der Wald weiß überzuckert.

Vom Holzrücken und Spalten

Die beiden Kaltblüter, die auf ein leises „Hopp, hopp“ oder „Rück, rück“ reagierten schüttelten allenfalls kurz unwillig ihre Mähnen. Geduldig zogen die Tiere dicke Stämme aus dem Wald. Besitzer Karsten Wüstefeld hat werktags mit ihnen alle Hände voll zu tun: Wo die Forst sich im Nationalpark befindet oder dank besonderen Schutzes Rückewege nur in großen Abständen erlaubt sind, haben die tonnenschweren und bodenverdichtenden Harvester im Harz und in den Wäldern im Süden Niedersachsens nichts zu suchen. Was übrigens mit dem langen Stammholz passiert, erfuhren Betrachter gleich nebenan: Da kreischten die Kettensägen. Ein an einem Schlepper montierter Spaltautomat teilte die Stämme als wären es simple Streichhölzer.

Wo sich schützende Dächer näher befanden als eben am Rodenberger Waldrand, war schon eine Menge mehr los. Zum Beispiel am Heimatmuseum und dessen Basteibereich. Uta Brenneisen, Eigentümerin des ehemaligen Lauenauer Amtsschlosses, erzählte schon beim ersten angebotenen Termin gleich 30 Teilnehmern allerlei Interessantes aus der Geschichte des Hauses – vom Hexenprozess bis zur Gefangenschaft der hannoverschen Kurprinzessin Sophie Dorothea.

Landtagsabgeordneter macht sich schlau

Stündlich wurden Ortsführungen angeboten. Da stieß Jürgen Schröder auf besonders aufmerksame junge Gäste, weil diese gerade im Sachkundeunterricht etwas über Burgen und das Mittelalter lernten und ihren eigenen Wissensschatz anbringen konnten. Der sechsjährige Julius entdeckte stolz den Kerker. Isabelle Pianka hatte auf ihrer Tour zu Rittergütern, Süntelbuche und anderen Sehenswürdigkeiten des Fleckens gar einen prominenten Zuhörer: Der Landtagsabgeordnete Karsten Becker hatte sich Zeit genommen, endlich mal etwas über Lauenaus Sehenswürdigkeiten zu erfahren.

Wetterfest erwiesen sich in Feggendorf etliche junge Familien, die das Premierenangebot am Waldkindergarten erleben wollten. Niedrigseilgarten und Schaukel lockten die Kleinen; Eltern fachsimpelten am wärmenden Lagerfeuer. Geduldig zogen die Haflinger Isidor und Sina den Planwagen durch den Wald mit einer fröhlich kichernden Gesellschaft. Vereinsvorsitzende Michèle Liebing freute sich: Der Tag hat wahrscheinlich zwei neue Anmeldungen gebracht.

Geocaching im kleinen Altenhagen II

In gewohnter Weise herrschte am Feggendorfer Stolln Betrieb. Das lag an besonders wetterfesten Wanderern, die auf ihrer Tour von oder nach Rodenberg hier haltmachten. Für bequemere oder weniger gehgeübte Leute gab es einen Shuttletransfer. Selbst im kleinen Altenhagen II tummelte sich gut ein Dutzend Leute beim Geocaching, obwohl auch dort die hügelige Landschaft immer wieder einmal von dicken Wolken eingehüllt war.

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