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Samtgemeinde Rodenberg Kita-Gebühren: Elternvertreter zornig
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Kita-Gebühren: Elternvertreter zornig
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16:41 31.08.2018
Samtgemeinde Rodenberg

In einem Brief an das Rathaus, der dieser Zeitung vorliegt, listet die Elternvertretung der Krippe Leimkaute drei Beispiele auf, wonach monatliche Mehrbelastungen von bis zu 161 Euro entstehen. Dies betrifft allerdings ausschließlich Eltern die mehrere Kinder gleichzeitig für Ganztagsplätze anmelden.

Mehrbetrag von 161 Euro

Das drastischste Rechenbeispiel: Eine Familie schickt das älteste Kind in den Ganztagskindergarten, wofür zwar keine Grundgebühr aber ein erhöhtes Essensgeld von 67,30 Euro zu zahlen ist. Einen Geschwisterrabatt wie früher gibt es nicht mehr, weil der erste Platz per se gebührenfrei ist. Daher muss die Familie für das zweite und dritte Kind, wenn diese die Ganztagskrippe besuchen, jetzt 400 und 234 Euro statt 176 und 112 Euro zahlen. Dies ergibt einen Mehrbetrag von 161 Euro.

„Diesen Fall kann es geben, ob es den gibt, kann ich nicht beurteilen“, sagt Fachbereichsleiter Jörg Döpke. Das sei fraglos eine Menge Geld. In der Summe stecken aber 200 Euro fürs Essen. Und Kinder, die zuhause speisen, tun dies auch nicht kostenlos.

Erhöhte Kosten für Randzeiten

Im zweiten Fallbeispiel errechnen sich für zwei Kinder im Ganztagskindergarten zuzüglich erhöhter Kosten für Randzeiten, die nicht gebührenfrei gemacht wurden, und einem Kind in der Ganztagskrippe monatliche Mehrbelastungen von 110 Euro. Der Nachwuchs im Kindergarten würde in diesem Fall 9,5 Stunden lang betreut.

Der dritte Fall betrifft Familien, die einen Ganztagskindergartenplatz und einen Ganztagskrippenplatz belegen. Sie müssen nun 39 Euro pro Monat mehr hinblättern. Wie häufig diese Konstellationen sind, konnte Döpke auch nicht exakt beziffern.

Überwiegender Teil der Eltern nicht von Konstellationen betroffen

Die Verwaltung habe aber insgesamt lediglich 41 Geschwisterkinder ausgemacht, die überhaupt gleichzeitig Betreuungseinrichtungen der Samtgemeinde besuchen – also Kindergarten, Krippe oder Hort. Sechs dieser Familien haben Nachwuchs gleichzeitig in Krippe und/oder Hort. Der überwiegende Teil der Eltern ist somit offenbar nicht von den genannten Konstellationen betroffen.

Für finanzschwache Familien bietet der Landkreis zudem Kostenbeihilfen bis hin zur kompletten Beitragsübernahme an.

Eltern fühlen sich unzureichend informiert

In ihrem Brief an die Verwaltung erheben die Eltern aber auch noch andere Vorwürfe. Sie fühlten sich im Vorfeld unzureichend über die Beitragserhöhungen informiert. Auch die Begründungen reichen ihnen teils nicht aus.

Beispielsweise erschließt sich den Eltern nicht, warum das Essensgeld von 48 auf 67,30 Euro angehoben wurde. Auf Unverständnis stößt darüber hinaus die Streichung des Geschwisterrabatts für Familien, die ein Kind im jetzt gebührenfreien Kindergarten haben.

Neue Regelungen nicht sozial

In der Krippe Leimkaute ist ein Schreiben von Ratsfrau Patricia Kasper (Rodenberger Interessen) an Rat und Verwaltung zum Thema Kita-Gebühren aufgetaucht. Darin stellt sie unter anderem infrage, dass sich die Beiträge für Krippe und Hort ohne die alte Regelung zur Geschwister-Ermäßigung nicht mehr zwingend an sozialen Gesichtspunkten orientieren. Außerdem: Statt Einzelfall-Ermäßigungen, wie sie die Samtgemeinde bislang handhabte, sei eine feste Regelung nötig. Ihr sei ferner nicht klar, wann die neue Satzung in Kraft tritt. Generell könnten zu hohe Kita-Beiträge dazu führen, dass junge Mütter lieber keinen Job anfangen. gus

Von Guido Scholl