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Noch längst keine Panik

Steinbruch Langenfeld Noch längst keine Panik

Das Unternehmen Norddeutsche Naturstein GmbH plant, bei Langenfeld im Süntel den vorhandenen Steinbruch zu erweitern (wir berichteten). Das jetzige Betriebsgelände befindet sich zwar ein gutes Stück von der Samtgemeinde Rodenberg entfernt. Dennoch schlagen hiesige Naturschützer Alarm.

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Der Steinbruch bei Langenfeld soll erweitert werden. Ob jemals auch der Hülseder Teil des Höhenzugs vom Abbau betroffen sein wird, ist derzeit offen.

Quelle: gus

SAMTGEMEINDE RODENBERG. Dass die Steinbruch-Expansion auf Widerstand bei Naturfreunden stößt, ist nicht verwunderlich. Das im Süntel vorhandene Vorranggebiet für Gesteinsabbau soll so vergrößert werden, dass es auch in den Flora-Fauna-Habitatbereich hineinragen würde. Diese Zonen haben einen besonderen Schutzstatus als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Auf der Westseite des Höhenzugs hat sich bereits die Bürgerinitiative „Rettet den Süntel“ gebildet.

Die BI, deren Vorsitzende Brigitte Klein aus Langenfeld ist, hat bereits mehr als 2400 Unterstützer gefunden. Ihr Engagement sieht die Gruppe nicht auf die Westseite des Süntels begrenzt. „Grundsätzlich sind wir daran interessiert, alle Menschen, die sich für den Erhalt des gesamten Süntels einsetzen wollen, anzusprechen“, erläuterte sie auf Anfrage dieser Zeitung. Zwar hat es noch keinen Vorstoß gegeben, die hiesigen Kommunen zu kontaktieren. Dennoch: Zu den Zielen der BI gehört nicht nur der Erweiterungsstopp sondern auch „die Konsequente Durchsetzung des Naturschutzes im gesamten Süntel“ – also auch auf der Seite der Samtgemeinde Rodenberg.

Wald zu großen Teilen in Privatbesitz

Die Gemeinde Hülsede, zu der beträchtliche Teile des Höhenzugs gehören, hält sich nach Aussage von Bürgermeisterin Marion Passuth aber noch zurück. Sie habe wohl von der BI-Gründung gehört, doch das Anliegen betreffe Hülsedes Süntelabschnitt in keiner Weise. „Ich halte es für utopisch, dass die mit dem Steinbruch bis Hülsede kommen“, so Passuth. Darüber hinaus sei ein Großteil des Waldes im Bereich der Gemeinde Privatbesitz. Passuth kann sich nicht vorstellen, dass die Hülseder Forstgenossen ihre Waldstücke an das Unternehmen abgeben wollen.

Im Gegenteil: Der Erhalt des Waldes in seiner jetzigen Form sei den Besitzern stets ein großes Anliegen gewesen. Und da auch seitens der BI noch niemand an sie herangetreten sei, plant Passuth derzeit nicht, die Sache im Gemeinderat zu thematisieren. Das Gremium mit seinen nebenamtlichen Mandatsträgern habe mit den Angelegenheiten Hülsedes, Schmarries und Meinsens genug zu tun.

„Wir halten da die Füße erstmal ganz still“

Auch die Samtgemeindeverwaltung hat noch nichts von der BI gehört. „Wir halten da die Füße erstmal ganz still“, sagte Verwaltungschef Georg Hudalla. Die Steinbruch-Debatte sei aus Sicht der Samtgemeinde noch sehr weit entfernt. Das Unternehmen Norddeutsche Naturstein GmbH betsätigte auf Anfrage ebenfalls, dass kein Schaumburger Terrain betroffen sei.

Anti-Steinbruch-Aktivistin Klein hält es aber nicht für gänzlich ausgeschlossen, dass irgendwann auch auf der Ostseite des Süntels Gestein abgebaut wird. Es sei zu erwarten, dass in absehbarer Zeit noch ein weiterer Erweiterungsschritt für den Steinbruch beantragt wird. Die jetzigen Expansionspläne sind zum Teil bereits genehmigt worden. Eine Fläche wurde gerodet und von Mutterboden befreit.

Der Hülseder Grünen-Ratsherr, Michael Ensslen, ist der BI bereits beigetreten, wie er mitteilte. gus

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