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Samtgemeinde Rodenberg Problemzonen außen vor
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Problemzonen außen vor
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00:19 10.06.2018
Wie viel Autos auf der B442 unterwegs sind, bekam Messenkamp zu spüren, als die Straße 2015 gesperrt wurde. Quelle: Archiv
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SAMTGEMEINDE RODENBERG

Ein sogenannter Lärmaktionsplan soll aufgrund einer entsprechenden EU-Richtlinie für die Emissionen der Autobahn 2 und der Bundesstraße 65 erstellt werden. Mit diesem etwas sperrig wirkenden Thema befassen sich am Donnerstag, 14. Juni, erstmals die Mitglieder des Ausschusses für Planungs-, Bau- und Umweltangelegenheiten.

Der Leiter des Fachbereichs Innere Verwaltung, Jörg Döpke, erklärte auf Anfrage, dass es um den Startschuss für einen Prozess geht, der einige Zeit in Anspruch nehmen wird und der vor allem auf Bürgerbeteiligung basiert. Die Einwohner der Samtgemeinde sollen darüber Auskunft geben, wie sie die Lärmeinwirkung der Autobahn und der B 65 bei Algesdorf bewerten. Es gehe dabei nur um Hauptverkehrsstraßen.

Nicht genug Verkehr auf der B442

Die B 442 ist Döpke zufolge von dem Prozess auch ausgeklammert, weil sie nicht die nötige Verkehrsbelastung aufweist, die in der EU-Richtlinie vorgegeben wird. Daher werden auch die Einwohner der Gemeinden Hülsede und Messenkamp aufgrund ihrer Ferne zur A 2 nicht zur Lärmbelastung in ihrem Umfeld befragt.

Dies dürfte besonders in Messenkamp und Altenhagen II für Staunen und sicher auch für einigen Unmut sorgen. Denn dort ist Verkehrslärm eines der Hauptgesprächsthemen. Einerseits ist da die Kreisstraße 61 von Messenkamp nach Nienstedt, die von Motorradfahrern von Frühjahr bis Herbst als Rennstrecke missbraucht wird. Die hoch aufgedrehten Motoren haben sogar dazu geführt, dass sich eine Bürgerinitiative gründete. Deren Bemühungen haben bisher aber wenig Erfolg gebracht, weil die öffentlichen Stellen keine Handhabe gegen die Motorradfahrer fanden.

Vergeblich Tempolimit gefordert

Dieselbe Initiative hat sich aber auch bereits mit der B 442 bei Messenkamp befasst. Ein Tempolimit sollte zu weniger Unfällen und weniger Krach verhelfen. Doch dem erteilte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine Absage. In der Begründung wies der Hamelner Geschäftsstellenleiter, Markus Brockmann, auch auf die verhältnismäßig geringe Verkehrsbelastung jener Bundesstraße hin. Dieser erhält nun also in gewisser Weise Recht durch die Einschätzung auf Ebene der EU.

Der Planungs- und Bauausschuss muss bei seiner bevorstehenden Sitzung Schritte in die Wege leiten, damit die Verwaltung die Bürgerbeteiligung organisieren kann. Die Ergebnisse der Befragungen sollen später in den Lärmaktionsplan einfließen. Ob auf Grundlage dieses Papiers gezielte Maßnahmen gegen Geräusch-Emissionen nötig werden – und wenn ja: welche – ist zum jetzigen Zeitpunkt noch vollkommen offen.

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