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Samtgemeinde Rodenberg Räder stoßen in Rodenberg auf Gegenwind
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Räder stoßen in Rodenberg auf Gegenwind
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00:24 31.03.2018
Das Vorhaben, neue Windkraftanlagen in der Samtgemeinde Rodenberg aufzustellen, dürfte sich schwierig gestalten. Quelle: Symbolfoto, dpa
Samtgemeinde Rodenberg

In diesem Fall sollten es drei Windräder mit einer Höhe von 240 Metern sein. Bislang ist es aber bei einer Anfrage geblieben – ein konkreter Antrag wurde nicht gestellt, teilt Hudalla mit.

Zuletzt war auch davon die Rede, dass Investoren Windräder in Rodenberg zwischen Autobahn und Deister aufstellen wollen. Die Landwirte, denen die Flächen gehören, haben laut Hudalla aber keine Verhandlungen dazu geführt.

Ablehnung aus der Bevölkerung

Die Samtgemeinde hat nur ein Windvorranggebiet bei Apelern ausgewiesen. Dieses ist bereits belegt, so Hudalla. Grundsätzlich ist es so, dass Investoren bei einer von der Kommune bereits für Windkraft ausgewiesenen Fläche leichteres Spiel haben. Wenn sie allerdings selbst eine Fläche ins Auge fassen, wird das Verfahren komplizierter. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes müsste wie üblich durch die Politik gehen. In der Öffentlichkeit stoßen solche Vorhaben aktuell aber eher auf Gegenwind.

Die Anwohner wollen in der Regel keine Windkraftanlagen „in ihrem Vorgarten haben“, erklärt Hudalla. Und weiter: „Ich habe den Eindruck, dass die Windenergie eher an Akzeptanz in der Bevölkerung verliert.“

Windräder sind privilegierte Bauten. Die Kommune muss also wohlwollend prüfen, erklärte der Verwaltungschef. So will es das Land. Zwar könne die Politik die Änderung des Flächennutzungsplans ablehnen, der Investor kann daraufhin aber Klage erheben. Wie das Gericht entscheidet, ist offen.

Hudalla befürwortet bayrisches Modell

 

„Um nicht überall Anlagen als Solitäre zu haben, kann die Kommune ein Windvorranggebiet definieren“, erklärt Hudalla. Aber auch dieses Vorgehen ist nicht verlässlich. Es gibt für die Kommune keine absolute Sicherheit, dass nicht doch ein Investor beispielsweise bei der Windmühle eine Anlage installieren will – und dafür schließlich vor Gericht eine Erlaubnis bekommt.

Wenn es Windvorranggebiete gibt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass nicht außerhalb dieser Zonen gebaut wird, schätzt Hudalla. Diese Gebiete auszuweisen ist aber schwierig, weil die Samtgemeinde relativ dicht besiedelt ist.

In Bayern gilt die sogenannte 10-H-Regel, womit der Abstand eines Windrads zur Wohnbebauung mindestens zehnmal so groß sein muss, wie das Windrad hoch ist. Bedauerlicherweise werde in Niedersachsen den Anwohnern dieser Schutz nicht gesetzlich eingeräumt, so Hudalla. Würde man diesen Maßstab hier ansetzen, wäre es wohl schwierig, eine Fläche zu finden.

Zwar wäre es Aufgabe der Samtgemeinde, den Flächennutzungsplan für ein Vorranggebiet zu ändern. Die Planungshoheit darüber, wo diese entstehen, liegt allerdings bei den einzelnen Gemeinden. Und bislang habe Hudalla dazu keine Planungsabsicht festgestellt. göt