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Samtgemeinde Rodenberg Rodenberg beliebt für Eheschließungen
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Rodenberg beliebt für Eheschließungen
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00:25 09.03.2018
Das Heimatmuseum hat zu jeder Jahreszeit seinen Charme – auch wenn Paare lieber im Frühling oder Spätsommer heiraten. Quelle: göt
Samtgemeinde Rodenberg

Seit Trauungen auch an anderen Orten außer dem Standesamt in der Samtgemeinde möglich sind, hat sich die Zahl der geschlossenen Ehen verdoppelt. 2010 waren es noch 50 Trauungen, fünf Jahre später mehr als 100. Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla spricht von einem „konstant hohen Niveau“. Um diesem auch an den Wochenenden, in der Urlaubszeit oder bei Krankheitsfällen gerecht zu werden, hat die Samtgemeinde zwei weitere Mitarbeiterinnen geschult. Sie haben ihre Standesbeamtenkurse absolviert und arbeiten sich gerade ein. Sie sollen die beiden etablierten Standesbeamtinnen künftig vor allem am Wochenende unterstützen, erklärte Hudalla.

42 Paare von außerhalb

62 Paare in 2017 kamen aus der Samtgemeinde, 42 von außerhalb. Von den auswärtigen Heiratswilligen stammt die Hälfte aus der Region Hannover. 13 Paare sind sogar aus dem Ausland angereist, um in Rodenberg zu heiraten. Wer nicht zu Hause heiraten will, sondern sich stattdessen Rodenberg aussucht, tut dies ganz bewusst, meinte Hudalla. Darin sieht er ein positives Zeichen.

Abgesehen vom Trauzimmer im Rathaus können Paare auch im Ständehaus in Rodenberg, in Apelern auf dem Rittergut von Hammerstein oder dem Rittergut von Münchhausen sowie im Wasserschloss in Hülsede die Ringe tauschen. Allesamt geschichtsträchtige Orte, die einer Trauung einen besonderen Rahmen verleihen. Und wo könnte ein Paar die gemeinsame Zukunft besser einläuten, als an einem Ort, der schon Jahrhunderte überdauert und dabei Geschichte geschrieben hat?

44 Eheschließungen im Rathaus

Doch auch das Rodenberger Rathaus ist bei Paaren ausgesprochen beliebt. Von den 104 Trauungen wurden 44 im Trauzimmer im Rathaus geschlossen. Als Grund gaben Frischvermählte gegenüber Hudalla die schöne Fotokulisse mit der großen Treppe und den bunten Blumen vorm Rathaus an.

Von den 60 Eheschließungen außerhalb des Rathauses wurden zwölf im Rodenberger Museum vollzogen. Um diese kümmert sich eine sechsköpfige Arbeitsgruppe der Museumslandschaft Amt Rodenberg. Die restlichen Paare haben sich in den Schlössern trauen lassen.

Trauung hat Eventcharakter

Die standesamtlichen Trauungen haben laut Hudalla inzwischen „beachtliche Dimensionen“ angenommen. „Der Eventcharakter der Trauung kommt zum Ausdruck“, so der Samtgemeindebürgermeister. Der Besuch beim Standesamt hat nicht mehr viel von einem „bloßen Verwaltungsakt“. Die Trauung wird heute inszeniert und ist für die Paare von großer Bedeutung.

Von der gestiegenen Zahl an Hochzeiten in der Samtgemeinde profitiert auch die örtliche Wirtschaft – beispielsweise Floristen, Taxiunternehmen, Gastronomen und Hoteliers. Aktuell vergibt die Verwaltung schon Trauungstermine für 2019. „Wir sehen das als zukunftsträchtig“, so Hudalla. göt

Tourismusfachkraft nimmt den Dienst auf

Mara Bößling nimmt als neue Tourismusfachkraft ab März die Arbeit in der Verwaltung auf. Laut Hudalla hat der Hochzeitstourismus in der Samtgemeinde das Potenzial zu einer „großen Nummer“. Doch auch darüber hinaus soll gezielt eine Stärken- und Schwächen-Analyse in touristischer Hinsicht vorgenommen werden. In diesem Teil des Schaumburger Landes identifiziere man sich weniger mit Wilhelm Busch oder dem Fürstenhaus, so der Samtgemeindebürgermeister. Es gilt also, auf andere Stärken zu setzen. Potenzial sieht Hudalla beispielsweise für Betriebsausflüge. Dabei könne Rodenberg vom Raum Hannover „abfischen“. Der Deister und der Fahrradtourismus könnten als weitere Stärken in den Vordergrund gestellt werden. Laut dem Samtgemeindebürgermeister soll das Tourismuskonzept insgesamt „ein kleines bisschen individueller“ werden, um sich vom Umkreis abzuheben.