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Rodenberg gewinnt Tauziehen ums Geld

2000 Euro mehr für Grundschule Rodenberg gewinnt Tauziehen ums Geld

Wie viel Geld für welche Schule? Diese Frage wurde im Schulausschuss der Samtgemeinde heiß diskutiert. Das Tauziehen endete mit einem knappen Sieg für Rodenberg.

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Quelle: dpa

Samtgemeinde Rodenberg. 40000 Euro waren ursprünglich im Haushaltsplanentwurf vorgesehen, um Ausstattungs- und Einrichtungswünsche der Schulleiter in Lauenau und Rodenberg zu erfüllen – 20000 Euro pro Standort. Die Wünsche der Rektoren beziehen sich vor allem auf technische Anschaffungen, aber auch auf Klassenraum-Renovierungen.

 Alle Wünsche wären mit den zugestandenen Budgets nicht zu erfüllen. In Lauenau zählt dazu die Renovierung zweier Klassenzimmer (40000 Euro). Die Erneuerung der PC-Räume in Rodenberg und der zugehörigen Außenstelle Apelern beliefe sich auf 35000 Euro.

 Rodenbergs Schulleiter Uwe-Jens Eberhardt monierte, dass die Rodenberger Grundschule mit ihren zwei Gebäuden und trotz 30 Prozent mehr Schülern dieselbe Summe zugestanden bekommt wie die Lauenauer Schule. Uwe Budde (SPD) pflichtete ihm bei: Da müsse ein anderer Schlüssel her. Allein wegen der zwei Standorte sei mehr Geld für Rodenberg vertretbar. Kämmerer Sven Janisch gab zu bedenken, es habe in der Vergangenheit umfangreichere Investitionen in Rodenberg gegeben, dem schloss sich wiederum Detlef Jelitto, Rektor in Lauenau, an.

 Eberhardt legte sich ins Zeug, um insgesamt mehr als 40000 Euro in den Etat zu bekommen. Janisch erinnerte daran, dass noch eine große Summe für Geräte zu schultern sein wird, um in der Halle Am Jagdgarten nach dem Umbau Sportunterricht zu ermöglichen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden Karl-Minne Braaksma einigte sich der Ausschuss auf 42000 Euro, davon stehen 22000 Euro Rodenberg zu.

 Was mit dem Geld angeschafft wird, müssen nun die Schulleiter entscheiden. Priorität hat in den Augen Eberhardts die Installation einer modernen Telefonanlage mit Apparaten in mehreren Räumen. Derzeit müsse das einzige Telefon vom Sekretariat aus zum Rektor getragen werden, was nicht den Ansprüchen einer Schulleitung gerecht werde, die effektiv arbeiten soll. Eberhardt zufolge reichen monatlich 120 Euro Leasing-Gebühr für eine moderne Anlage aus.

 In Rodenberg könnten zusätzlich noch die Renovierung eines PC-Raums und der Kauf eines Satzes Stühle knapp realisiert werden. Für Lauenau wären rein rechnerisch ein Satz Schülerstühle (6000 Euro), Büromöbel (5000 Euro) und 25 PCs (10000 Euro) finanzierbar. Jelitto sagte mit Blick auf die wohl aufzuschiebende Renovierung, dass speziell wegen der Inklusion besserer Schallschutz dringend nötig ist. Christel Oberheide (CDU) erkundigte sich nach Haushaltsresten aus 2014 für diesen Zweck. Janischs Antwort: „Null.“ gus

Zweiter Fluchtweg

Investiert wird in die Albert-Schweitzer-Schule und in die Julius-Rodenberg-Schule 2015 nach aktuellem Plan nicht – unter Investitionen werden vor allem bauliche Veränderungen gelistet.
Am Grundschulstandort Apelern wird zwar gebaut, doch die betreffende Maßnahme fällt wiederum in die Bauunterhaltung. Dabei geht es um das Herstellen eines zweiten Fluchtwegs. Insgesamt sind 60 000 Euro für die Bauunterhaltung an beiden Standorten eingeplant. Die Kosten für den Fluchtweg bezifferte Kämmerer Sven Janisch nicht, weil derzeit zwei Angebotssummen vorlägen, die extrem differierten. Janisch formulierte die Hoffnung, dass von den 60 000 Euro nach der Fluchtwegfinanzierung noch genug Geld für die Erneuerung der Apelerner Heizung übrig bleibt. gus

Erfrischend

Solche Kommunalpolitiker lobe ich mir: Der Feggendorfer SPD-Mann Uwe Budde hätte sich im Schulausschuss ohne Weiteres für die Grundschule des Fleckens Lauenau starkmachen können, stand stattdessen aber dem Rodenberger Schulleiter zur Seite. Obwohl die Bewohner Feggendorfs ihre Kinder nach Lauenau schicken. Doch Budde zog es vor, nach Gesichtspunkten der Gerechtigkeit zu urteilen. Kirchturmdenken, nein danke.

Äußerungen dieser Art sind derzeit auch deshalb so erfrischend, weil sogar Bundespolitiker immer wieder Anlass zu der Annahme geben, sie ließen sich zum Wohle der eigenen Heimat auf beinahe jeden Kuhhandel ein. Den Schuh muss sich auch Buddes Parteichef Sigmar Gabriel anziehen, dessen Wirtschaftsressort den neuen Referentenentwurf zur „Südlink“-Trasse verfasst hat. Inklusive Erdkabel-Pilotregion in Gabriels Wahlkreis.

Von Guido Scholl

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