Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Samtgemeinde Rodenberg Sorge um das Anrufauto
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Sorge um das Anrufauto
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 10.03.2018
Der Seniorenbeirat äußert Unverständnis über die Streichung der Buslinie 533. Quelle: Archiv

Derzeit können Einwohner der Kommune lediglich noch mit dem Lauenauer Unternehmen Taxi Kühl Anrufauto-Touren buchen.

Es müsse wieder ein zweiter Anbieter her, so der Tenor der Diskussion. „Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll“, sagte Vorsitzender Willi Gerland. Er regte an, dass sich die Verwaltung kurzfristig mit einem anderen Taxi-Betrieb verabredet und nicht so lange wartet, bis im Zuge des Insolvenzverfahrens geklärt wird, was mit der Schaller-Konzession geschieht beziehungsweise ob der Betrieb dauerhaft weitermachen kann.

„Wir sind da dran“, so Verwaltungschef Georg Hudalla. Dieser verwies darauf, dass nur ein Konzessionsinhaber dafür infrage kommt. Derzeit fahren Schaller-Taxis trotz des Insolvenzverfahrens noch immer.

Steigende Kosten bereiten Sorge

Auch die steigenden Kosten von zuletzt 70.000 Euro pro Jahr bereiten im Beirat Sorgen. Irgendwann könnte eine Deckelung kommen. Gerland vermutete allerdings, dass auch viele Kinder mit den bezuschussten Taxi-Touren befördert werden.
Eigentlich war das Angebot dazu gedacht, die Mobilität älterer Bürger zu verbessern – vor allem Einkaufs- und Arztfahrten standen im Blickpunkt. Wobei das Anrufauto nicht grundsätzlich nur auf Senioren ausgerichtet war. Es ist allerdings seit längerer Zeit davon die Rede, dass Eltern ihre Kinder per Anrufauto zur Schule schicken, beispielsweise wenn diese den Bus verpasst haben.

Eine Erfassung, in welchem Umfang Eltern dies tun, gibt es nicht. Hudalla geht davon aus, dass dieses Phänomen nicht stark ausgeprägt ist. „Das wäre uns sonst bekannt, aber es gibt keine offizielle Statistik“, sagte Hudalla. In den 70 000 Euro seien auch die Zuschüsse für Busfahrkarten zur KGS Bad Münder enthalten – dieser Teilbetrag dafür sei in der Tat gedeckelt, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Streichung der Buslinie 533

Unverständnis äußerten die Beiratsmitglieder mit Blick auf die Streichung der Buslinie 533. Die Entscheidung sei nicht zeitgemäß, da zuletzt andererseits von Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) die Rede gewesen war – sogar von einem kostenlosen Angebot. Angesichts der deutlichen Diskrepanz zwischen solchen Ankündigungen und der Streichung einer „funktionierenden Linie“ fühlte sich Gerland veralbert.

Hudalla bezeichnete die Debatte um die kostenlosen ÖPNV-Angebote als Paradebeispiel für die Schlechterstellung des ländlichen Raums. Getestet werden sollte dies in Ballungszentren „wo es sowieso läuft“, so Hudalla. Der ländliche Raum werde wieder einmal abgehängt. Auch die Tendenz der Region Hannover weg von langen und hin zu kurzen Buslinien sei nicht nachvollziehbar – die Passagiere müssten dann häufiger umsteigen. Dies kritisierten auch die Mitglieder des Beirats. gus