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Samtgemeinde Rodenberg Visionen nicht immer klar
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Visionen nicht immer klar
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13:28 12.10.2017
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RODENBERG

Insbesondere SPD-Fraktionssprecher Hans-Dieter Brand zeigt sich enttäuscht über das bisherige Wirken des parteilosen Politikers. „Wir fühlen uns nicht mitgenommen, weil seine Visionen nicht klar werden“, sagt Brand. Information, Begeisterung und politische Teilhabe – all dies bliebe im Rat beinahe durchgängig auf der Strecke. „Das finde ich besonders schade, gerade weil wir alle ehrenamtlich dort sitzen“, fügt der Sozialdemokrat hinzu.

CDU-Fraktionschef Erhard Steege, der laut eigenen Angaben einen großen Anteil daran hatte, Hudalla im Amt des Samtgemeindebürgermeisters zu installieren, schließt sich dem Tenor der Ernüchterung an. Die Zufriedenheit hinsichtlich Hudallas bisheriger Arbeit halte sich „sehr in Grenzen“. Näher präzisieren will der CDU-Mann seine Kritik allerdings nicht. „Aber was in den gut zweieinhalb Jahren in Bewegung gebracht wurde, ist schon relativ wenig.“

Eine deutlich positivere Zwischenbilanz für die ersten 1000 Tage im Amt bekommt Georg Hudalla dagegen von den Grünen ausgestellt. Anders als unter dessen Vorgänger Uwe Heilmann werde im Rat inzwischen wieder diskutiert und gestritten, lobt der Fraktionsvorsitzende Karsten Dohmeyer.
Bei der teils berechtigten Kritik an Hudallas Arbeit müsse man immer berücksichtigen, dass dessen Vorgänger einen „Scherbenhaufen im Rathaus“ hinterlassen hätte, den es noch immer zu beseitigen gilt. „Das ist, als sollte man ohne TÜV nach Kapstadt fahren und alle wundern sich, warum man nicht pünktlich ankommt“, zieht der Grünen-Politiker einen Vergleich.

Besonders positiv hervorzuheben sei aus Sicht Dohmeyers, dass die Erzieherinnen des Waldkindergartens bei Feggendorf durch einen Zuschuss der Samtgemeinde seit einem Jahr gemäß Tarif bezahlt werden können. Auch die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Rodenberger Kläranlage, die seit Herbst 2016 in Betrieb ist, sei ein Verdienst Hudallas.

Ebenfalls zufrieden äußert sich Nicole Wehner, Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft der Samtgemeinde Rodenberg, mit Blick auf die bisherige Amtszeit Hudallas. Dabei lobt Wehner vor allem das rasche Handeln des Verwaltungschefs, als es darum ging, zusätzliche Krippenplätze in der Samtgemeinde einzurichten. „In dieser Situation war eine schnelle Lösung notwendig. Das wurde großartig gelöst“, sagt Wehner. Somit sei es auch Hudallas Verdienst, dass in Hülsede eine Krippe eingerichtet wurde, die schon nach den Sommerferien in Betrieb genommen werden konnte. Zusätzliche Hortplätze in der Grundschule in Apelern zählten ebenso dazu.

Für die verbleibenden Jahre wünscht sich Wehner vom Samtgemeindebürgermeister vor allem, dass dieser sich weiterhin bürgernah gibt und alle Fraktionen im Rat zusammenhält. „Die Fraktionen bilden gemeinsam das Stimmungsbild der Gemeinde ab und sollten daher mit ihren Ideen Gehör finden“, appelliert die Abgeordnete. lht

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