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Von katastrophal zu weltmeisterlich

FEggendorf / Weltmeisterschaft Bogenschießen Von katastrophal zu weltmeisterlich

Mit Robin Hood hat das, was Christian Raupach macht, nicht mehr viel zu tun. Der 22-jährige Feggendorfer hat vor wenigen Wochen an seiner ersten Weltmeisterschaft im Bogenschießen in der türkischen Stadt Antalia teilgenommen. Die SN haben den Sportler beim Training in der Bogenhalle in Lauenau besucht.

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Mit Kraft und freiem Kopf: Bogenschütze Christian Raupach trainiert in der Halle der SG Lauenau.

Quelle: kil

Von Kirsten Elschner

Feggendorf. Seit Anfang Oktober ist er wieder aus Antalia zurück. Als er vor zehn Jahren beim Schnupper-Schießen in Feggendorf zum erstenmal seinen Bogen spannte, habe er sich nicht vorstellen können, einmal soweit zu kommen, erzählt er. Bevor er seine Freizeit mit Pfeil und Bogen verbrachte, hatte er mit dem Gewehr geschossen. Beides unter einen Hut zu bekommen, wurde irgendwann zu viel und da ihm das Bogenschießen mehr Spaß brachte, blieb er dabei und übte fleißig mit dem Olympiabogen, anfangs mit mäßig Erfolg. „In der Halle gehörte ich zum Durchschnitt, draußen war ich eine Katastrophe“, sagt er.
Dann hat er einen neuen Bogen ausprobiert, einen sogenannten Compound mit dem der Abschuss schneller und leiser erfolgt. Ein ähliches System hat man zuerst zur Jagd in Amerika benutzt, erklärt Raupach. Die Pfeile erreichen damit eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern, wesentlich mehr als der Olypiabogen schafft. Seine Trainer konnten ihm mit dem neuen Modell allerdings wenig helfen, sodass er sich die Technik größtenteils selbst aneignete. „Ich habe mir Videos auf Youtube angeschaut und viel darüber gelesen.“

Dann ging es Stück für Stück bergauf. Von der Vereinsmeisterschaft, zur Kreisebene und zur Landesmeisterschaft. Im Landeskader bekam er einen richtigen Trainer an die Seite und wurde 2009 erstmals Deutscher Juniorenmeister. 2012 verfehlte er knapp die WM-Qualifikation, durfte aber, nachdem ein anderer Schütze ausgefallen war, doch noch nach Antalia fahren, wo er im Einzel den 33. Platz von mehr als 100 Sportlern erreichte. „Das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht“, sagt er. Das nächste Ziel ist die WM 2014 in Armenien.
Profischützen, die vom Bogenschießport leben, gebe es hauptsächlich in Amerika. In Deutschland sei der Sport noch nicht populär genug. Deshalb macht Raupach neben dem Sport eine Ausbildung zum Einzelhandeslkaufmann. Statt vier- bis fünfmal, schafft er es jetzt nur noch zwei- bis dreimal zum Training. Sein Bogen hat stolze 2500 Euro gekostet. „Der ist wie ein Computer“ – es gebe immer wieder neue Dinge, mit denen man seinen Bogen perfektionieren kann. Um damit richtig umzugehen, brauche man nicht nur jede Menge Kraft, sondern auch ein „ruhiges Köpchen“.

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