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Samtgemeinde Rodenberg Wahltumult: Rodenberger CDU leckt die Wunden
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Wahltumult: Rodenberger CDU leckt die Wunden
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00:17 05.05.2016
Quelle: dpa
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Samtgemeinde Rodenberg

Wie es weitergeht und ob der Spitzenkandidat des Wahlbezirks Rodenberg/Lindhorst nun auf die Unterstützung seines Ortsverbands setzen kann, ist offen.
Der Rodenberger CDU-Ortsvorsitzende Erhard Steege bat am Montag um Verständnis dafür, dass er keine Stellungnahme zu den Ereignissen abgeben wollte, ohne sich zuvor mit den übrigen Führungskräften innerhalb der Samtgemeinde-CDU abgesprochen zu haben. Am Freitag hatten Steege, die gegen Hoffmann unterlegene Amtsverbandsvorsitzende Patricia Kasper und die sonstigen Rodenberger Abgesandten die Wahlveranstaltung der Kreis-CDU verlassen.
Warum Steege überhaupt seine eigene Bewerbung zurückgezogen hatte, mochte er zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls nicht erklären. Ursprünglich wollte der erfahrene Kommunalpolitiker auf Platz eins in den Kreistagswahlkampf gehen. Nachdem Hoffmann trotz der Negativschlagzeilen wegen einer vermeintlichen Protokollschönung eine Kampfkandidatur angekündigt hatte, ging jedoch die 24-jährige Newcomerin Kasper ins Rennen.

Ortsverein in
der Pflicht

Allerdings stellte Steege eine Sache richtig: Kasper wird in ihrer Funktion als Amtsverbandschefin nicht alleinverantwortlich für den Wahlkampf Hoffmanns sein. Der Amtsverband spiele dabei nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Die Ortsverbände seien für die jeweiligen Bewerber zuständig. Die Apelerner CDU organisiert demnach den Wahlkampf für Börries von Hammerstein, die Lauenauer Christdemokraten wollen Nicole Bruns den Weg bereiten. In Hoffmanns Fall müsste dies der Ortsverband Rodenberg tun, der allerdings von Steege selbst geleitet wird. Wie er sich Hoffmann gegenüber nun verhalten wird, ließ Steege am Montag unkommentiert.
Doch Hoffmann erwartet ohnehin einen steinigen Weg im Wahlkampf. „Ich rechne mit wenig Unterstützung. Aber ich will das Ding jetzt irgendwie durchziehen“, gab er sich dieser Zeitung gegenüber kämpferisch. Den Verlauf der Wahlversammlung inklusive des Abmarsches der Rodenberger Delegierten findet der Algesdorfer selbst unschön und hofft, dass sich die Wogen alsbald glätten. „Vielleicht stellt sich ja doch noch der eine oder andere hinter mich“, sagte er.

Für Hoffmann hat Wahlkampf

bereits begonnen
Etwas Unverständnis bleibt bei ihm zurück. Denn schließlich sei er demokratisch gewählt worden – wenn auch gegen die Stimmen aus seinem eigenen Amtsverband. „Ich hätte Patricia Kasper gratuliert, wenn sie am Freitag gewonnen hätte“, betont Hoffmann, der jetzt nach vorn blickt: Seit Sonnabend befinde er sich praktisch im Wahlkampf.
Kasper steht nun gar nicht auf der Kreistagswahlliste der CDU. Dafür hätte sie nach der Niederlage um Platz eins für einen der anderen Ränge kandidieren müssen. Doch das hätte am Freitag wohl noch deutlich größere Unruhe ausgelöst. Und schließlich waren die Rodenberger schon nicht mehr im Saal, als über die weiteren Listenpositionen abgestimmt wurde.
Der Kreisverbandsvorsitzende Klaus-Dieter Drewes will die Vorgänge intern aufarbeiten und das Gespräch mit allen Beteiligten suchen. Er könne die Enttäuschung der Unterlegenen nachvollziehen, aber jetzt gelte es, nach vorn zu schauen. Auch den Faktor Wahlkampf betrachtet Drewes gelassen. Alle Kreistagskandidaten seien ein Stück weit selbst gefordert, außerdem könnten sich diese auch zusammentun bei der Wahlwerbung.

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