Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Windkraft: Gemeinden sollen ihre Belange präsentieren

Viel Wind, wenig Raumgewinn Windkraft: Gemeinden sollen ihre Belange präsentieren

Im voll besetzten Lauenauer Bürgerhaus hat der Bau- und Umweltausschuss der Samtgemeinde Rodenberg erneut über das Thema Windkraft diskutiert. Wesentlich weiter ist die Debatte dabei aber nicht gekommen.

Voriger Artikel
Rekord: 1,1 Millionen Liter Wasser pro Tag
Nächster Artikel
Arbeiten an vier Turnhallen
Quelle: dpa

Samtgemeinde Rodenberg. Formal geht es um die 47. Änderung des Flächennutzungsplans. Der Planentwurf hatte öffentlich ausgelegen, und nach Worten des Bauamtsleiters Jörg Döpke sind keine Stellungnahmen eingegangen, die nach Abwägung die Ausweisung einer Windkraft-Vorrangfläche bei Feggendorf verhindern. Doch Döpke sprach grundsätzlich von deutlichen Einschränkungen bei der Planung, denn die Samtgemeinde sei eng besiedelt, hinzu kommen die Höhenzüge Deister, Süntel und Bückeberg sowie der Flusslauf der Aue.

 Mit Blick auf den Windenergie-Erlass der Landesregierung sagte Döpke: „Was dort steht, ist für uns nicht bindend. Wir haben Planungshoheit.“ Damit gehe aber auch eine entsprechende Verantwortung einher. Der Verwaltungsmitarbeiter schlug vor, dass die Mitgliedsgemeinden ihre Belange gegenüber der Samtgemeinde vortragen. Will Hülsede beispielsweise den Naturschutz am Süntel ausbauen, oder will die Stadt Rodenberg ihr prägendes Landschaftsbild bewahren, müsse dies in die Diskussion eingebracht werden.

 Udo Meyer (CDU) sagte, die Meinungsfindung in seiner Fraktion sei noch nicht abgeschlossen. Ihm liege Einvernehmen am Herzen, was in Sachen Windenergie jedoch nicht einfach sei. Meyer kritisierte die Landesregierung, die die Verantwortung „den kleinen Gemeinden“ zuschiebe, und wünschte sich, wie in Bayern, die zehnfache Windradhöhe als Bebauungsgrenze um Windräder.

 Das würde etwa zwei Kilometer Abstand für Wohnhäuser bedeuten. Experten argumentieren aber gegen die bayerischen Vorgaben, weil diese nicht mehr, sondern weniger regenerative Energieerzeugung bedeuten würden. Und selbst Niedersachsen habe trotz fortgeschrittenen Ausbaus regenerativer Energieerzeuger noch Bedarf, um die Ziele der Energiewende zu erreichen.

 Wilfried Mundt (SPD) verwies auf ungeklärte Naturschutzfragen. Auch das Thema Infraschall sei noch nicht ausreichend erforscht. Das Landschaftsbild sei ein bedeutendes Kulturgut. „Wir haben keine Windkraft-Vorranggebiete mehr zur Verfügung“, sagte Mundt und erntete dafür Applaus. Börries von Hammerstein (CDU) gab zu bedenken, dass ein grundsätzliches Nein zu einzelnen Windrädern an vielen Stellen in der Kommune führen würde.

 Der Windenergie müsse substanzieller Raum gegeben werden, sagte Karsten Dohmeyer (Grüne), was dies auf dem Papier bedeute, sei aber unklar. „Wir wollen die große Mehrzahl der Bürger mitnehmen“, so Dohmeyer. Einem Vorranggebiet bei Feggendorf erteilte der Grüne eine Absage. Schon eher sei denkbar, dass Windräder in Landschaftsschutzgebiete gestellt werden, wenn sie dort keine Menschen stören.

Beschlossen wurde, die Stellungnahmen aus den Gemeinden einzuholen. Am Schluss der Sitzung befeuerten viele Zuhörer die Politiker mit Fragen aber auch Vorwürfen – ein Indiz dafür, wie groß der Widerstand in der Bevölkerung ist.  gus

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg