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Samtgemeinde Rodenberg Wintergäste im Wasserwerk
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Wintergäste im Wasserwerk
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06:17 30.03.2012
Noch eine Aufgabe für den Samtgemeindebürgermeister: Gerhard Hurek (links) ernennt Uwe Heilmann zum Paten für den ersten Wintergast im ehemaligen Lauenauer Wasserwerk. Quelle: nah
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Samtgemeinde Rodenberg (nah)

 Trotz des großen personellen Rückhalts bleibt ein kleines Häufchen Aktivisten weitgehend unter sich: Nur ein gutes Dutzend Teilnehmer scharten sich um den Tisch bei der Jahresversammlung. Und auch die vielen Vorhaben waren stets von wenigen Mitstreitern begleitet. Die Bilanz kann sich nach Hureks Angaben dennoch sehen lassen: Arbeitseinsätze auf den verbandseigenen Flächen bei Lyhren und Altenhagen II, Exkursionen zu Eulen und ans Steinhuder Meer, Info-Stände bei Veranstaltungen, Vorträge und Stammtischabende.

 Der Nabu habe sich wiederholt zu Wort gemeldet: Er äußerte als Erster Kritik an den inzwischen aufgegebenen Plänen zu Autobahnparkplätzen bei Rodenberg und Feggendorf und setzte sich auch für eine Renaturierung der Rodenberger Aue ein. Es sei schade, so Hurek, dass die Samtgemeinde den Rückbau des in Teilen kanalisierten Gewässers zu wenig betreibe.

 Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann bezog direkt Stellung. Rodenberg habe schon länger beim zuständigen Unterhaltungsverband den Rückbau angeregt; doch sei dies in Teilen an der mangelnden Bereitschaft der Grundstückseigentümer gescheitert.

 Heilmann berichtete, dass öffentliche Gebäude mit einer Wärmebildkamera untersucht werden sollen: „Wir haben bereits Energie eingespart und Emissionen reduziert.“ Vom Nabu erwarte er eine Meinung zur weiteren Installation von Windkraftanlagen, wenn die Samtgemeinde für ihren Bereich demnächst ein Gutachten in Auftrag gebe.

 Der Nabu überraschte Heilmann mit einer Patenschaftsurkunde. Der Verwaltungschef möge die Aufgabe symbolisch für das „Braune Langohr“ übernehmen. Die Fledermaus sei erster Wintergast im ehemalige Lauenauer Wasserwerk. Vor drei Jahren sei ein Schlitz in die Tür des ausgedienten Behälters nahe den beiden Aussiedlerhöfen geschnitten worden. In einem der an den Wänden angebrachten Lochsteine fühle sich das Tier offenbar sehr wohl. Nachdrücklich appellierte Hurek an Kommunalpolitiker und Jagdgenossenschaften, Ackerrandstreifen, begrünte Wegraine und Hecken anzulegen: „Sonst werden wir Menschen den Erhalt der Artenvielfalt nicht schaffen.“

Gruppen arbeiten mit viel Eifer

Eigentlich mehr im Verborgenen blühen gleich zwei Nabu-Gruppen, die sich mit viel Eifer ihren Zielen widmen. Ines Rahn-Weiser und Sibylle Liebig-Tönnies betreuen bei monatlichen Treffen bis zu 20 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren. Der Nabu denkt an eine altersgerechte Fortsetzung: Er möchte die allmählich Heranwachsenden aus der Kindergruppe für eine eigene Gemeinschaft gewinnen.

Ein kleiner Personenkreis um den Reinsdorfer Wilhelm Peters widmet sich dem Eulenschutz. Kreisweit werden 180 Kästen betreut. Doch bei Kontrollen blicken die Vogelfreunde oft ins Leere: „Seit drei Jahren ist es sehr traurig um die Schleiereulen bestellt“, klagte er. „Industrieartige Agrarflächen“, die die Jagdreviere der nächtlichen Beutejäger beschränken und die kalten Winter könnten Gründe sein, dass es keine Bruten mehr zu  registrieren gibt. Dagegen haben Turmfalken von den in Scheunen und Türmen angebrachten Nistkästen Besitz ergriffen. Trotzdem gibt die Gruppe nicht auf: Wenn sich Eulen wieder ansiedeln, sollen sie eine reiche Auswahl an Brutstätten für den Nachwuchs vorfinden.

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