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Zwischen Jubel und Katerstimmung

Kommunalwahl Zwischen Jubel und Katerstimmung

Katerstimmung in Rodenberg und Hülsede, Jubel in Lauenau und Messenkamp – so gegensätzlich war das Stimmungsbild bei der SPD nach dem Wahlsonntag. In Rodenberg zeigten sich die Sozialdemokraten selbstkritisch ob ihres Debakels (minus 16 Prozent).

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Quelle: pr.

Samtgemeinde Rodenberg. Fraktionssprecher Hans-Dieter Brand und Spitzenkandidatin Anja Niedenzu halten es für denkbar, dass die SPD zu wenig Wahlkampf betrieben hat. Außerdem habe seine Partei zu kaum inhaltliches Profil erkennen lassen, meint Brand. Der interne Streit um die Listenbesetzung und eine starke WGR hätten mit zu dem schlechten Ergebnis beigetragen. Niedenzu sieht zudem den Bundestrend als mitverantwortlich, ferner habe es in Algesdorf keinen Kandidaten gegeben.

Nur fünf Sitze

Die Enttäuschung sitze tief, mit nur fünf Sitzen sei nicht zu rechnen gewesen. An Ralf Sassmann geht nach Niedenzus Meinung kein Weg vorbei – mit dessen „super Ergebnis“ solle er auch erneut Bürgermeister werden. Das sieht CDU-Sprecher Erhard Steege noch nicht so – es seien andere Konstellationen denkbar, wobei er der Abstimmung im Rat nicht vorgreifen wolle. Die WGR müsse nun zeigen, was sie kann. Zufrieden könne die CDU mit dem eigenen Ergebnis nicht sein, wenn sie auch besser abgeschnitten habe als die SPD. Die Höhe der SPD-Verluste findet selbst Steege nicht nachvollziehbar.

Der Lauenauer SPD-Spitzenkandidat, Wilfried Mundt, war überglücklich mit dem Abschneiden seiner Partei, aber auch mit dem eigenen Ergebnis. „Damit hätte ich nie gerechnet“, sagte er am Montag. Als Listenführer holte Mundt gut 300 Stimmen mehr als Uwe Heilmann, der an zweiter Stelle kandidierte. Zudem verteidigte die SPD in Lauenau als einziger Gemeinde die absolute Mehrheit.

Trostpflaster

Einig ist sich Mundt mit CDU-Konkurrentin Nicole Bruns, dass er selbst nun erneut zum Bürgermeister gekürt werden sollte. Bruns‘ Resümee war geteilt: Einerseits war sie glücklich über 666 Stimmen, die sie selbst eingefahren hat. Dass die CDU insgesamt verloren hat, sei schade. Sie hatte aber noch ein Trostpflaster: Bruns zog direkt in den Kreistag ein.

In Apelern muss sich die SPD nun einen Partner suchen, um Andreas Kölle, den erfolgreichsten Kandidaten, zum Bürgermeister zu machen. Amtsinhaber Günter Knief will nicht weitermachen und sagte, die SPD werde mit allen drei Lagern, die im Rat vertreten sind, sprechen.

Messenkamps Bürgermeister, Frank Witte, büßte mit seiner SPD zwar einen Ratssitz ein, war aber dennoch recht zufrieden. Der Grüne Wolfgang Schiefer hat den Sitz übernommen. Sein gutes Einzelergebnis wertet Witte als Anerkennung seiner sachlichen Amtsführung, die ihm auch WGMA-Sprecher Udo Meyer bescheinigt.

Experiment geglückt

Dieser sieht das Experiment Wählergemeinschaft in Messenkamp geglückt, wo seine Gruppe mit der SPD fast gleichauf liegt. In Altenhagen II sei die Wahl aber zugunsten Wittes und der SPD entschieden worden. Dass Witte Bürgermeister bleibt, sei für ihn unstrittig.

In Hülsede ist die Gegenwind-Wählergemeinschaft der heimliche Wahlsieger. Aus dem Stand zwei Sitze, das freute Egbert Gelfert „riesig“. SPD-Bürgermeisterin Marion Passuth findet die Entwicklung, dass SPD und CDU je ein Mandat abgeben mussten, schade, zumal die Ratsarbeit zuletzt harmonisch und produktiv gewesen sei. „Fast alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst“, so Passuth.

Auch CDU-Chef Dirk Tetzlaff zeigte sich überrascht, dass die Gegenwind-Gruppe derart gut abschnitt. Es sei wohl so, dass Politiker, die unangenehme Wahrheiten aussprechen – wie er selbst – nicht so gut ankommen. Klarer Sieger sei aber Passuth, die nach Tetzlaffs Erwartung auch Bürgermeisterin bleiben wird.

In Pohle gab‘s ein unspektakuläres Ergebnis. Bürgermeister Jörg-Wilhelm Hupe (CDU) will auf Grundlage seines guten Einzelergebnisses weitermachen. Er sei auch zufrieden, dass seine Partei einen Prozentpunkt hinzugewonnen hat. Es war die einzige Gemeinde überhaupt, in der eine der Volksparteien zulegen konnte. gus

Fast 2000 Stimmen für Ralf Sassmann

SAMTGEMEINDE RODENBERG. Das vorläufige Endergebnis der Samtgemeinderatswahl ist so ausgefallen. SPD: 38,4 Prozent, CDU: 25,4 Prozent, Grüne: 9,5 Prozent, WGSR: 20,2 Prozent, Hülseder Gegenwind: 3 Prozent, FDP: 2,2 Prozent, WIR: 1,4 Prozent.

Die Mandatsverteilung: SPD (zwölf Sitze): Wilfried Mundt 994 Stimmen, Uwe Heilmann 618, Frank Witte 555, Andreas Kölle 513, Hans-Dieter Brand 472, Henning Kommerein 371, Marion Passuth 357, Anja Niedenzu 232, Klaus-Werner Volker 203, Hartmut Vormfenne 157, Uwe Märtens 89, Hans-Werner Kühnel 71.

CDU (acht Sitze): Karl-Heinz Bruns 567, Erhard Steege 564, Börries von Hammerstein 495, Jörg-Wilhelm Hupe 463, Frederik Platte 396, Patricia Kasper 232, Christel Oberheide 203, Thorsten Lück 140.

WGSR (sieben Sitze): Ralf Sassmann 1950, Nicole Wehner 521, Jürgen Wilkening 233, Udo Meyer 189, Daniela Kastning 180, Franz-Wilhelm Riechers 137, Dirk Holm-Bertelsen 25.

Grüne (drei Sitze): Elisabeth Rautenberg-Röver 267, Karsten Dohmeyer 241, Matthias Schellhaus 140.

FDP: Marlies Berndt-Büschen 107.

Hülseder Gegenwind: Egbert Gelfert 207.

Damit kann nur die SPD mit einem einzigen Partner ein Mehrheitsbündnis schließen, bräuchte dafür aber CDU oder WGSR an der Seite. Diese beiden gemeinsam hätten keine absolute Mehrheit (17 von 33 Sitzen), beide könnten aber ein Dreier-Bündnis mit den Grünen eingehen. gus

Fünf grüne Einzelkämpfer

Dies sind sämtliche Mitglieder der sechs neuen Gemeinderäte:
        Rodenberg
WGR (sieben Sitze): Ralf Sassmann 1762 Stimmen, Johannes Schwarz 312, Gerd Grädener 152, Marlies Weigelt 123, Klaus Böhm 81, Wilfried Engelhardt 41, Dirk Holm-Bertelsen 22. CDU (fünf Sitze): Sebastian Klein 400, Erhard Steege 315, Stephan Lotz 244, Patricia Kasper 219, Carlo de Rooij 55. SPD (fünf Sitze): Anja Niedenzu 479, Henning Kommerein 315, Hans-Dieter Brand 141, Catrin Döpke 135, Renate Volk 70. FDP: Marlies Berndt-Büschen 146. Grüne: Matthias Schellhaus 114.
        Lauenau
SPD (acht Sitze): Wilfried Mundt 853, Uwe Heilmann 551, Wolfgang Kölling 174, Sabine Titze-Dölz 168, Klaus-Werner Volker 132, Biagio Ciraldo 123, Mario Kowalik 105, Uwe Budde 97. CDU (vier Sitze): Nicole Bruns 666, Thorsten Lück 104, Volker Küper 99, Holger Oehlmann 61. WGLF (zwei Sitze): Nicole Wehner 411, Raphaela Grundmann 30. Grüne: Rosita Vollmer 33.
     Messenkamp
SPD (fünf Sitze): Frank Witte 364, Friedrich-Wilhelm Reinecke 50, Britta Thomalla 48, Marcus Buddensiek 41, Jutta Müller 17. CDU (drei Sitze): Udo Meyer 111, Armin Lohmann 75, Birute Panoussis 11. Grüne: Wolfgang Schiefer 64.
          Apelern
SPD (sechs Sitze): Andreas Kölle 516, Günter Knief 158, Doreen Schwarzlaff 138, Dietmar Weh 80, Christian Meyer 49, Karl-Heinz Thum 32. CDU (drei Sitze): Börries von Hammerstein 262, Ralf Jordan 104, Heinrich Rust 82. WGA (drei Sitze): Daniela Kastning 205, Cord-Heinrich Wille 130, Franz-Wilhelm Riechers 127. Grüne: Elisabeth Rautenberg-Röver 134.
    
         Pohle
CDU (fünf Sitze): Jörg-Wilhelm Hupe 281, Jens Baumgart 71, Eberhard Hasler 68, Marcel Reinecke 43, Nadine Enderes 24. SPD (vier Sitze): Rainer Helbig 166, Michaela Duda 131, Ralf Wilkening 64, Hans-Werner Kühnel 22.
          Hülsede
SPD (fünf Sitze): Marion Passuth 244, Thorsten Flügge 131, Walter Krüger 117, Klaus Gerlach 87, Harald Schmidt 63. CDU (drei Sitze): Dirk Tetzlaff 114, Frederik Platte 107, Tobias Steinmeyer 81. WHG (zwei Sitze): Egbert Gelfert 149, Martin Höhle 30. Grüne: Michael Ensslen 37. gus

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