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Auhagen Biber-Spuren an der Aue
Schaumburg Seeprovinz Auhagen Biber-Spuren an der Aue
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00:16 10.03.2016
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Von Jan Peter Wiborg Auhagen

 Brandt hält vor dem Baumstamm große, grobe Holzspäne in der Hand. Pfotenabdrücke hat der Biologe noch nicht gefunden, aber es gebe keine Verwechselungsgefahr mit dem kleineren Sumpfbiber (Nutria), einem Einwanderer, der zumindest optisch beim Schwimmen immer mal wieder mit dem Europäischen Biber durcheinandergebracht werde, sagt Brandt.

 Noch vor einigen Jahren galt der früher in diesen Breiten heimische Biber in Deutschland als völlig ausgestorben, seine Bestände haben sich aber wieder gut erholt: Rund 500 Biber leben inzwischen wieder in Niedersachsen, etwa 50 Exemplare vor allem entlang der Leine in der Region Hannover. Für Brandt war es also nur eine Frage der Zeit, bis sich auch im Landkreis Schaumburg eines der streng geschützten Tiere blicken lässt.

 Ob es sich um einen in der Leine aufgewachsenen Biber handelt, der es sich am Ufer der Aue gerade wohnlich einrichtet, kann Brandt nicht sagen: „Die Tiere legen locker 80 bis 100 Kilometer zurück.“ Ein weiteres Indiz für die Ansiedlung: Weitere Nagestellen an einigen anderen Bäumen in dem naturnahen Gebiet sind unterschiedlich alt. „Der Biber muss sich also schon längere Zeit in dem Bereich aufhalten“, sagt Brandt.

 Auch im nordöstlichen Schaumburg hat das Nagetier seine bevorzugte Nahrung gefunden: die Borke von Weichlaubhölzern, allen voran die Weide. Sie bildet nach Angaben von Brandt über acht Monate lang die wichtigste Nahrung des Tieres. Fachleute haben herausgefunden, dass die Borke mittels besonderer Bakterien im Blinddarm aufgeschlossen wird und als bakterienreicher Vitaminkot ausgeschieden und erneut zur Verdauung aufgenommen werden kann, um in proteinarmen Zeiten seinen Eiweißbedarf decken zu können.

 Für Thomas Brandt besteht kein Zweifel: Das war ein Biber.

jpw

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