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Auhagen Das Minus bleibt
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00:21 28.03.2018
Bleibt der Brunnen? Bürgermeister Kurt Blume (Zweiter von links) besichtigt mit dem Rat die Fläche, auf der das Bauprojekt in Düdinghausenabgeschlossen werden soll Quelle: jpw
Auhagen

Das wurmt den altgedienten Bürgermeister Kurt Blume, der gemeinsam mit dem Rat die schmale Gemeindekasse oft mit dem Verkauf von Bauland aufgebessert hat. Trotzdem ist Blume erleichtert, dass nun zumindest ein Ende der Bemühungen um die Fläche mitten in Düdinghausens Ortsmitte in Sicht ist. Nach seinen Angaben werden nach Ostern die Bagger anrücken und die vorläufige Erschließung für das kleine Baugebiet herstellen.

Vor knapp zehn Jahren sollte alles ganz schnell gehen: Nach dem Brand der ehemals größten Düdinghäuser Hofstelle im Dezember 2008 scheiterten erste Versuche, die Ruine mit Areal in einem Stück verkaufen zu können. Die Gemeinde Auhagen machte Tempo, kaufte das Grundstück auf, ließ den Hausrest abreißen und setzte sich an die Planung für ein kleines Neubaugebiet „Auf der Dahne“ auf rund 4000 Quadratmetern Fläche. Im ersten Entwurf sollten sechs Bauplätze zu je 600 bis 700 Quadratmetern Land entstehen.

Interessenten abgesprungen

Im Oktober 2010 gab es bereits Interessenten. Blume zeigte sich damals zuversichtlich, dass das kleine Neubaugebiet am landschaftlich attraktiven Standort im Frühjahr 2011 Baureife erreichen sollte. Doch dazu kam es nicht. Interessenten sprangen wieder ab, ein Anlieger kaufte drei der ursprünglich sechs Bauplätze auf.

Blume hegt inzwischen selbst Zweifel an der damaligen Entscheidung: „Es ist einfach zu wenig Land für eine Erschließung.“ Ursprüngliche Pläne, weitere Flächen mit einzubeziehen, scheiterten an der Nähe zum Landschaftsschutzgebiet.

Für Grunderwerb und Abbruch des Hauses hat die Gemeinde Auhagen rund 150.000 Euro bezahlt. Das wird ausgeglichen durch den Verkauf der Bauplätze zu je 75 Euro pro Quadratmeter. Auch die vorläufige Erschließung lässt sich davon finanzieren.

Endausbau auf Gemeinderechnung

Letztlich einen Strich durch die Kalkulation macht der große Wendehammer mit vorgeschriebenen rund 20 Metern Durchmesser. Insgesamt beansprucht die Straßenfläche so viel Raum wie ein Bauplatz – und bringt rund 50.000 Euro Mindereinnahmen. „Den Endausbau der Straße werden wir aus der Gemeindekasse bezahlen müssen“, sagt Bürgermeister Blume.

Auch die Grundstücke seien nicht ideal geschnitten. Unlängst musste der Rat vorsorglich einen Beschluss für eine Bauplanänderung fassen, weil ein Haus um einen Meter größer als die Vorgaben es zulassen gebaut werden sollte. Später zog der Bauherr seinen Antrag zurück und beschränkte sich auf das ursprüngliche Baufenster.

Offen ist noch, wie mit einem Relikt aus der Zeit umgegangen wird, als die größte Düdinghäuser Hofstelle auf dem Grundstück ihren Platz hatte: Der Brunnen für das Wohnhaus ist unverändert erhalten geblieben. Nach den Ausbauplanungen müsste er für die neue Straße weichen. Aber der Standort am Rand hat die Gemeinde auf eine neue Idee gebracht: Wird an der Stelle ein Beet angelegt, könnte der Brunnen bleiben. jpw