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Auhagen Feuchttuch auf Kollisionskurs
Schaumburg Seeprovinz Auhagen Feuchttuch auf Kollisionskurs
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00:22 02.04.2018
AUHAGEN

„Uns ist ein großes Feuchttuch direkt in einem Hausanschluss entgegengekommen“, berichtete der Leiter des Bauhofes, Ulrich Reumke, über das Ergebnis der unangekündigten Visite in der Unterwelt des Ortes. Derartige Tücher waren allen Anschein nach Ursache des Problems.

Um den ständigen Ausfall der Pumpe hatte es monatelangen Zoff zwischen den acht an den Kanalstrang angeschlossenen Einwohnern und der verantwortlichen Samtgemeinde gegeben. Dabei versuchte die Gemeinde, insbesondere der stellvertretende Bürgermeister Heiko Monden, zu vermitteln. Noch Anfang Dezember hatte Monden „endlich eine Lösung“ gefordert. Die Anwohner seien in ihrer Lebensqualität sehr eingeschränkt, weil sie ständig befürchten mussten, dass das Abwasser im Fall eines Pumpenstillstandes wieder in ihre Häuser zurückschwappt.

Schäden kosten die Kommunen Millionen

Bauhofleiter Reumke hatte bis zu dem damaligen Zeitpunkt ausschließlich auf individuelle Einsicht gesetzt und jeden einzelnen Einwohner informiert. Rund 10 000 Euro für den Einbau einer neuen Pumpe belastete inzwischen die öffentliche Kasse, und die zahlreichen Störungseinsätze der Bauhof-Mitarbeiter mussten bezahlt werden, die die Pumpe immer wieder von Feuchttuch-Klumpen reinigen mussten.

Die Gemeinde ist mit dem Feuchttuch-Problem nicht allein, sogar der Bundestag debattierte bereits darüber, was gegen die illegal in die Toiletten entsorgte Tuch-Flut getan werden kann. Den Schaden für die Kommunen in Deutschland geht nach Einschätzung von Fachleuten inzwischen in die Millionen.

In Auhagen folgte auf die unangekündigte Kamerafahrt durch den kurzen Rohrabschnitt eine Anwohnerversammlung. Seither ist nach Angaben von Reumke Ruhe im Kanalnetz, die Pumpe läuft störungsfrei. Der Bauhofleiter hat noch eine Aufgabe: Er wird einen Gebührenbescheid schreiben. Zumindest das eine identifizierte Feuchttuch kostet dem Verursacher Geld.

Und für Reumke ist klar: Sollten sich die Störungen im Pumpenbetrieb wiederholen, wird es weitere Kamerafahrten geben. jpw