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Auhagen Notbremse beim Klimaschutz?
Schaumburg Seeprovinz Auhagen Notbremse beim Klimaschutz?
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19:15 14.03.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Auhagen

„Wir müssen sehen, wann und ob wir die Notbremse ziehen“, sagte Monden mit Blick auf die Verzögerungen beim geplanten Neubaugebiet Dülholzkämpe-Süd zwischen Mühlenweg und Forsthaus. Monden: „Könnte sein, dass es doch ein konventionelles Baugebiet wird.“

Wie berichtet, hegt die Gemeinde offenbar die begründete Hoffnung, eines von fünf niedersächsischen Modelldörfern zu werden, die ihre Neubaugebiete mit sogenannter kalter Nahwärme versorgen – und dafür eine Menge Fördergeld bekommen sollen.

Das Geld aus dem Modellprojekt „Kalte Nahwärme“ soll in Auhagen an die Bauinteressenten weitergereicht werden, von denen es bereits einige gibt: Von den 17 Bauplätzen sind nur noch fünf nicht reserviert. Die acht Bauplätze der Klosterkammer in diesem Gebiet sollen später in Erbpacht vergeben werden.

Geld vom Ministerium erst im Sommer

Aus Sicht der Auhäger verzögert sich der Einstieg in das Projekt. Seit einigen Tagen ist bekannt, dass die Gemeinde Mitte April ihre Bewerbung im niedersächsischen Umweltministerium einreichen kann, erst im Sommer könnte Auhagen dann den Zuschlag und das Geld aus dem Wirtschaftsministerium bekommen. „Wenn es so kommt, wäre das ein Rundum-sorglos-Paket“, kommentierte Tobias Timm, der als Leiter der Klimaschutzagentur Schaumburg den Auhäger Kontakt nach Hannover eingefädelt hatte und zur Bürgerversammlung für das Beratungs- und Ingenieurbüro Target erschienen war.

Für den Fall, dass die Gemeinde den Zuschlag bekommen sollte, deutete Monden an, dass sich der Rat dazu entschließen könnte, einen Zwangsanschluss aller Grundstücke an die kalte Nahwärme zu beschließen. Er ließ aber auch durchblicken, dass sich die Gemeinde noch einmal intensiv mit dem weiteren Zeitablauf bezüglich des Neubaugebietes beschäftigen werde.

Baubeginn im Frühjahr

Eine weitere Verzögerung hat mit dem Klimaschutzaspekt nichts zu tun: „Es war längere Zeit niemand zu finden, der für uns die Grünordnungsplanung fertigt“, sagte Kurt Blume. „Wenn alles optimal verläuft“, so der Bürgermeister, könnte es möglicherweise im nächsten Frühjahr mit dem Bauen losgehen.

Unabhängig von einer möglichen Teilnahme am Modellversuch zur kalten Nahwärme ist die Gemeinde aufgenommen im Programm „100 Prozent Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums. In Zusammenarbeit mit der Klimaschutzagentur des Landkreises Schaumburg werden Energieversorgungsmöglichkeiten für das Neubaugebiet, aber auch beispielhaft eine mögliche energetische Sanierung für den Altbestand der Auhäger Häuser errechnet.

Mehr zu „100 Prozent Klimaschutz“ lesen Sie morgen in dieser Zeitung.

Von Jan Peter Wiborg