Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Wo der Teufel ausgetrieben wurde

Ortsspaziergang durch Auhagen Wo der Teufel ausgetrieben wurde

Wie gut kennen Sie Ihren Ortsteil? Oder den Ihrer Freunde? Finden Sie‘s raus – unterwegs mit Sachkundigen beim SN-Ortsspaziergang. Heute nehmen wir Auhagen und Düdinghausen unter die Lupe. Ein Rundgang mit Bürgermeister Kurt Blume.

Voriger Artikel
Von Auhagen in die Anden
Nächster Artikel
Unter Beobachtung

 Die Boule-Bahn und der Pavillon in der Ortsmitte sind wichtige Bestandteile des Lebens in Auhagen.

Quelle: ano

AUHAGEN/DÜDINGHAUSEN.. In einer reizvollen Landschaft inmitten von Grün liegt die Gemeinde Auhagen. Sie besteht aus den beiden Ortsteilen Auhagen und Düdinghausen. Auhagen wurde Ende des 13. Jahrhunderts von der askanischen Burg Sachsenhagen als Hagenhufensiedlung mit zwölf Meierhöfen gegründet. Durch Hufeinteilung erweiterte sich die Siedlung schnell auf 29 Höfe. Wald, Wasser und Wiesen prägen noch heute die Gemeinde mit ihrer weitgehend unberührten Natur. Auf den Wiesen finden die Störche ausreichend Nahrung, in den Auen fischen die Graureiher.

Urgestein Kurt Blume

 Bürgermeister Kurt Blume (SPD) ist das, was man ein Urgestein nennt. Er ist in Auhagen geboren und hat, abgesehen von rund einer Dekade in Hannover, sein gesamtes Leben in der Gemeinde verbracht. Seit 1972 ist er im Amt, gehört damit zu den dienstältesten Bürgermeistern Niedersachsens. Seinen Ort kennt er beinahe in- und auswendig, weiß die Vorzüge zu schätzen: „Auhagen ist ruhig, idyllisch, von Wald umgeben. Es lässt sich hier gut leben, das Miteinander ist absolut intakt.“

Die Hälfte ist Wald

 Auhagen erstreckt sich über eine Fläche von 12,35 Quadratkilometern. 50 Prozent davon sind mit Wald bedeckt. Es geht ruhig zu. In mancher Hinsicht vielleicht etwas zu ruhig, wie Blume einräumt: „Die Verkehrsanbindung ist nicht optimal. Aber wer in den Ort zieht, weiß das auch.“ Etwa 1300 Menschen leben derzeit in den beiden Ortsteilen Auhagen und Düdinghausen. Doch trotz mancher Lücken gibt es dort auch einige Möglichkeiten: eine Tankstelle, ein griechisches Restaurant, eine Keramikwerkstatt. Und in den vergangenen Jahren hat sich manches getan. Eine Boulebahn und ein Pavillon schmücken das Ortsbild. Sie stehen in direkter Nachbarschaft des Auhäger Backhauses, das gerne von Auhäger und von auswärtigen Vereinen genutzt wird.

Pfingstbier als Aushängeschild

 Zu den Aushängeschildern zählt auch das weit über die Ortsgrenzen bekannte „Pfingstbier“. Dieses traditionsreiche Fest wird etwa seit 1750 in Auhagen von der Bürgerschaft unter der Schirmherrschaft der Gemeinde gefeiert. Zu den Ursprüngen heißt es in der Geschichte: „In jedem Jahr wurden am 1. Ostertag zwei Schaffer aus den jungen Bürgern der Gemeinde Auhagen gewählt. Diese mussten 21 Jahre alt, unbescholten und unverheiratet sein. Es war Aufgabe dieser beiden Schaffer, das Pfingstbier auszurichten.“

Eine Millione D-Mark für Dorferneuerung

 Eine große Dorferneuerung fand 1980 statt. Damals wurde rund eine Million D-Mark investiert. Es entstanden die Alleen innerhalb der Ortsdurchfahrt, ein Kindergarten und das Backhaus, dem anschließend ein Backofen nach historischem Vorbild angegliedert wurde. Durch großes Engagement des Männergesangvereins konnten ein Nebengebäude mit sanitären Anlagen errichtet, der Dorfplatz gestaltet und eine Boule-Bahn gebaut werden. Auhagen verfügt über ein ausgeprägtes Vereinsleben: in direkter Nachbarschaft zueinander befinden sich ein Fußball-, Tennis und Schießsportverein.

 Düdinghausen liegt etwa zwei Kilometer von Auhagen entfernt. Seine Historie ist eng mit dem Bergbau verbunden. Im Atgeberg wurde von 1923 bis 1926 Kohle im Tage- und Stollenbergbau abgebaut. 1953 begann die Preussag mit dem Bau des Schachtes Auhagen. Mit dem Strukturwandel und Niedergang des Bergbaus wurde die Anlage 1960 stillgelegt. Eine Seilbahn verband sie mit Sachsenhagens Kanalhafen und der Schachtanlage Lüdersfeld.

Wo der Teufel ausgetrieben wurde

 Ein ganz besonderer Platz findet sich am Ortsausgang in Richtung des Wunstorfer Ortsteils Idensen. Dort wurde einst der Teufel ausgetrieben. Freilich nur im übertragenen Sinne. Die „Pan-Figur“ im Garten der dort angesiedelten Wirtschaft ist der Nachfolger eines vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammenden Vorgängers, der ein gewaltsames Ende gefunden hatte. Aus zeitgenössischen Berichten lässt sich schließen, dass das Original wohl von einem Pastor der Schaumburg-Lippischen Landeskirche als „Teufelswerk“ zerschlagen worden ist. Nach langer Suche nach einer Lösung und auf Grundlage einer einzigen Postkarte wurde sie 2012 wieder aufgestellt.

 Trotz der guten Situation, in der sich die Gemeinde aktuell befindet, hat Blume den einen oder anderen Zukunftswunsch: „Ich hoffe etwa auf bessere Finanzausstattung für den Kindergarten, eine Verkehrsberuhigung und ein Verkehrskonzept für die Landwirtschaft.“ ano

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg