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Hagenburg „Das soll da unten naturbelassen bleiben“
Schaumburg Seeprovinz Hagenburg „Das soll da unten naturbelassen bleiben“
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19:55 20.03.2012
Das „naturbelassene“ Grundstück hat 2003 komplett unter Wasser gestanden. Quelle: jpw
Hagenburg (jpw)

Dem Vernehmen nach teilte der Landkreis Schaumburg inzwischen der Gemeinde den Rückzug des Fischers bereits schriftlich mit.

Der Fraktionschef der SPD, Friedhelm Vogt, vermutete, dass im Zusammenhang mit der Genehmigung „wohl zu viele Schwierigkeiten hätten überwunden werden müssen“.

Vogt zeigte sich erleichtert darüber, dass sich der privilegierte Fischereibetrieb mit Betriebswohnung nun doch nicht im Landschaftsschutzgebiet direkt am Hagenburger Kanal ansiedelt. Er erinnerte sich „nur zu gut“ noch an die Zeit, als vor rund 14 Jahren dem Rat die Pläne vorgestellt worden seien.

Zunächst sollte es angeblich nur ein Bootsschuppen sein, sagte Vogt. Die Ausmaße des Betriebes seien „immer größer“ geworden. „Nachher war es fast ein Hotel“, meint der SPD-Mann.

Er persönlich hätte nichts gegen die Verarbeitung des Fisches an dieser Stelle gehabt, aber gegen die Vermarktung. Trotzdem hatte auch die damalige SPD-Fraktion dem erforderlichen „gemeindlichen Einvernehmen“ zugestimmt. Einige inzwischen verstorbene Ratsherrn bezeichneten dieses später als den „größten Fehler ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit“.

„Das da unten soll naturbelassen bleiben“, meint Friedhelm Vogt jetzt. Zusätzliche Touristenströme wolle man lieber innerorts haben.

Bei der CDU ist die Stimmung innerhalb der vergangenen Jahre offenbar gekippt. Zunächst bestand kein Zweifel an dem Vorhaben. Der frühere Ratsherr und heutige Ehrenbürger Heinrich Tieste forderte damals sogar, den Fischer „mit einem Ständchen beim Schützenfest in Hagenburg zu begrüßen“.

Bürgermeister Josef Vorderwülbecke (CDU) gehörte vor 14 Jahren bereits dem Rat an. Inzwischen hat auch er jüngst im Gespräch eingeräumt, „damals einen Fehler gemacht“ zu haben.