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„Hühnermobil“ für das entspannte Federvieh

Hagenburg / „Hühnermobil“ für das entspannte Federvieh

Hühner, die auf dem Rücken in der Sonne liegen, die scharren, und grünes Gras fressen. Ein Traum fürs liebe Federvieh. Urlaub, sollte man meinen, morgens schnell ein Ei gelegt – und dann gegen Vormittag zusammen mit rund 240 Kolleginnen und Kollegen auf die grüne Wiese, sich die Luft um den Schnabel wehen lassen.

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Susanne Rust im Kreise ihres entspannten Federviehs – vor dem „Hühnermobil“.

Quelle: jpw

Hagenburg (jpw). Ein tierisches Vergnügen für 365 Tage, so scheint es, das Susanne und Wilhelm Rust von der Hagenburger „Spargel- und Kürbisscheune“ seit einigen Tagen mit dem „Hühnermobil“ für die Tiere bereithalten.

Auf der Wiese hinter dem Rust’schen Hof steht ein großer, weißer Anhänger, mit rund 50 Quadratmeter Fläche auf zwei Etagen. Die Firma Stallbau Weiland verkauft „Hühnermobile“ als „vorzeigbar, ökologisch, tiergerecht, hygienisch und rentabel“.

Nachts um ein Uhr öffnet sich – angetrieben durch zwei Solarmodule - die Klappe zum Legenest. „Das passiert dann, wenn die Hühner noch schlafen“, sagt Wilhelm Rust. Gegen fünf Uhr machen sich die ersten Frühaufsteher-Hühner auf den Weg zum Legenest. „Wenn sie gegen elf, halb zwölf alle fertig sind, geht eine Klappe auf und die Hühner können ins Freie.“

Dort erwartet sie sommers wie winters ein rund 500 Quadratmeter großer Bereich Grünland. Das „Hühnermobil“ wird jede Woche so versetzt, dass den Tieren immer ein Stück frische Wiese zur Verfügung steht, zum Scharren, und zum Sandbaden, um die Milben aus dem Gefieder zu bekommen.

Abends, wenn es dämmert, schließen sich die Klappen wieder automatisch, um tierischen Räubern über Nacht keinen Zugriff auf die Hühner zu gewähren. Die Tiere sind zu dieser Zeit ohnehin schon in ihrem Quartier. Vereinzelte Nachzügler setzen die Rusts per Hand noch zu ihren Artgenossen.

Die Hühner verlassen meist den Kaltscharrraum in der unteren Etage und drängen sich auf der Stange in der oberen Etage des Hühnermobils dicht aneinander.

Der Landwirt staunt selbst, wie entspannt es unter den so genannten „Braunlegern“ zugeht. Die Nachfrage nach den Eiern läuft nach Auskunft von Rust „gut an“. Mehrarbeit und auch ein mehr an Futter, das die Hühner wegen ihrer vielen Bewegung an der frischen Luft benötigen, führte zu einer kleinen Preiserhöhung: „Da hatten einige Kunden Probleme.“

Doch die Einsicht in die Notwendigkeiten wächst offenbar schnell, besonders, da Rusts den Weg zum „Hühnermobil auf dem Hof ausgeschilderten: „Ich habe das Gefühl, dass manche sich erst die Hühner anschauen und sich dann ihre Eier kaufen“, berichtet Rust. „Jede Woche, so als wenn die Ihren Hühnern ‚Guten Tag’ sagen“.

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