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Hagenburg Landwirte: Der Frust sitzt tief
Schaumburg Seeprovinz Hagenburg Landwirte: Der Frust sitzt tief
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00:34 11.09.2015
Wegen des Verfalls der Milch- und Schweinepreise sehen die Landwirte aus dem Landkreis Schaumburg ihre Existenz gefährdet.  Quelle: pr.
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Hagenburg/Landkreis

Landwirte aus dem Schaumburger Land haben diese jetzt gegenüber dem CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann geäußert. „Wie kann es sein, dass lediglich fünf Unternehmen in Deutschland den Preis für Milch bestimmen?“, machte Kreislandwirt Cord Lattwesen aus Hohnhorst seinem Frust Luft. Ins gleiche Horn stieß auch Milchviehhalter Jan-Wilhelm Tieste aus Hagenburg. Er kritisierte, dass für einen halben Liter Katzenmilch 79 Cent bezahlt wird und für einen Liter Trinkmilch 54 Cent. Die Landwirte erhalten pro Liter 27 Cent. Zur Kostendeckung seien hingegen 35 Cent notwendig.

Fatal ist auch die Entwicklung der Schweinepreise. „Aufgrund des Russland-Embargos findet derzeit keine Abnahme des russischen Marktes unserer hochwertigen Produkte statt“, resümiert Henning Bothe aus Hagenburg und Achim Pohl aus Gelldorf pflichtet ihm bei. Um kostendeckend produzieren zu können, brauche ein Landwirt für ein Mastschwein 170 Euro, gezahlt werden aber nur 128 Euro.

„Wenn wir in unseren ländlichen Räumen weiterhin die Landwirtschaft als Bereicherung verstehen wollen, dann bedarf es in einer solchen Notlage politischer Entscheidungen“, sagte Beermann. Er will ein Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) schicken und die Sorgen und Nöte der Landwirte aus dem Schaumburger Land deutlich machen.

Ebenso will Beermann Gespräche mit seinem Kollegen Franz-Josef Holzenkamp, dem agrarpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und der Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium Maria Flachsbarth (beide aus Niedersachsen) suchen. „Was wäre unser ländlicher Raum ohne Landwirtschaft, die dafür sorgt, dass wir alle satt werden?“, fragte Beermann.

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