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Männer mögen es derb, Frauen eher niedlich

Hagenburg / Cartoons Männer mögen es derb, Frauen eher niedlich

Illustrationen machen richtig viel Arbeit, Cartoons einfach nur Spaß, und Comic-Strips sind nicht so schwierig. Ungefähr so fasst der Cartoonist Miguel Fernandez seine Arbeitsfelder zusammen. Sein drittes Buch mit Cartoons und dem Titel „Ja Hallo?“ ist soeben erschienen.

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Kaninchen tummeln sich auf dem T-Shirt und auch auf dem neuen Buch von Miguel Fernandez. Nein, dass dieses Buch mit diesem Cover so kurz vor Ostern erscheine, das sei kein geplanter Werbegag, behauptet der Cartoonist.

Quelle: Foto: ade

Hagenburg (ade). Dass er seit zwei Jahren ausschließlich von seiner freien Arbeit leben und davon auch seine Frau und seine beiden Kinder ernähren kann, das ist für Fernandez eine große Erleichterung – und in der Branche durchaus unüblich. In den Jahren zuvor nutzte er die Zeit in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit und die Mittagspausen, um zu überspitzen, was er erlebte und beobachtete und daraus fiese kleine Zeichnungen zu machen, mit Klischees zu spielen und Menschen damit zum Lachen zu bringen.

Diese Zeiten sind nun vorbei, mittlerweile ist der 37-Jährige gefragt und muss sich sputen, um alle Aufträge erledigen zu können. Im „Nürnberger Abendblatt“, erzählt er, erscheine täglich einer seiner Cartoons. Das bedeutet dann, dass er pro Woche sechs witzige Einfälle haben muss, die auch noch bildhaft umgesetzt werden wollen. Illustrationen für viele Gelegenheiten macht er außerdem. Manches Geschenkpapier zu Ostern, auf dem sich Häschen tummeln, stammt möglicherweise aus der Feder von Fernandez. Und die Nummer 13 eines Comic-Strips hat er direkt vor dem Pressetermin abgegeben. Ein großes Unternehmen, das im Bereich der Buchführung arbeite, habe ihn damit beauftragt, sagt er. Wöchentlich könnten sich mehrere tausend Mitarbeiter seine Comics im Intranet ansehen, um der doch leicht trockenen Materie mit der sie sich beschäftigten, humorvolle Seiten abzugewinnen. „Dafür muss ich mich aber nur mit Mimik und Gestik beschäftigen“, sagt Fernandez, „die Gags schreibt ein anderer.“

Fernandez ist – trotz seines spanisch klingenden Namens – ein echter Niedersachse. In Rehburg am Steinhuder Meer wuchs er auf und lebt heute nur wenige Kilometer weiter im kleinen Ort Hagenburg. Nach der Schule nahm er sich vor, etwas Vernünftiges zu lernen. Steuerberatung war für ihn, der mit seinem ewig in Bewegung befindlichen Zeichenstift schon seine Lehrer zur Verzweiflung trieb, dann aber doch nicht das Vernünftigste. Also studierte er Visuelle Kommunikation und gehört nun zu der recht kleinen Schar von Cartoonisten, die mit dieser Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Was er zeichnet, das bekommt seine Frau zuerst vorgelegt. Ihr Urteil sei ihm wichtig, sagt Fernandez – aber nicht das Maß aller Dinge. „Männer mögen es eher derb, Frauen eher niedlich.“ Fällt bei seiner Frau ein Cartoon also durch, so kann es sein, dass gerade Männer darüber dröhnend lachen. Vielleicht war es einer dieser Cartoons, der George Takei – besser bekannt als Mr. Sulu aus der Serie „Raumschiff Enterprise“ – dazu bewog, einen Kommentar auf Fernandez Website www.gegen-den-strich.com zu hinterlassen. „Da war ich schon stolz“, sagt der Cartoonist, „dass einer aus dieser Crew meine Zeichnungen so mag, dass er sich dazu äußert.“

Das neue Buch von Miguel Fernandez „Ja Hallo?“ ist im Lappan-Verlag erschienen, hat 80 Seiten und kostet zehn Euro. ISBN 978-3-8303-3299-2.

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