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Hagenburg Mehr als Modellcharakter?
Schaumburg Seeprovinz Hagenburg Mehr als Modellcharakter?
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00:16 01.06.2016
Quelle: pr.
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Hagenburg

Aktuell untersucht Schneider mit einer Gruppe Studenten in einem Seminar das Wilhelmsteiner Feld. Diese Anlage auf dem Areal zwischen dem Hagenburger Schloss und dem Ufer des Steinhuder Meeres ließ der Schaumburg-Lippische Graf Wilhelm genau wie den Wilhelmstein im 18. Jahrhundert anlegen.

Mehrere Schanzen, Grabensysteme, Obstgärten, Wohnhäuser für Soldaten und ein Hafen, den ein Obelisk krönte, sind nach dem Tod des Grafen im Jahr 1777 fast komplett dem Erdboden gleich gemacht worden.

Belagert und nicht eingenommen

Heimatforscher und Wissenschaftler hielten diese Anlage eher für den Versuch des Grafen, modellhaft zu beweisen, dass ein Angriffskrieg durch Hochrüstung und einen – für damalige Zeiten uneinnehmbaren Fluchtpunkt – vermieden werden könnte. Tatsächlich ist der Wilhelmstein im Zuge von Erbauseinandersetzungen 1787 belagert und nicht eingenommen worden.

Schneider legt nun für den Bau der Insel die Erfahrungen des schaumburg-lippischen Grafen als Militärstrategen und Heerführer in Portugal zugrunde. Dort habe es vom Charakter her eher „kleine Scharmützel“ gegeben. Dementsprechend sei der Wilhelmstein dazu gedacht gewesen, das Land zwischen Weser und Leine und damit auch die Schifffahrt zu kontrollieren. Zudem biete ein uneinnehmbarer Punkt mehr Zeit, sich auch rechtlich gegen den Eroberer zu wehren.

Auch bei der Frage, ob der „Steinhuder Hecht“, das von dem Ingenieur des Grafen, Jakob Chrysostomus Praetorius konstruierte U-Boot jemals im Steinhuder Meer getaucht ist, gibt sich Schneider eher skeptisch.

Der Professor unterstreicht aber den Sinn des Bootes. Graf Wilhelm sei einige Jahre zuvor einem Doppelagenten aufgesessen. Eine unterseeische Verbindung zwischen dem Wilhelmstein und dem jeweiligen Verbündeten hätte – in der Theorie – eine störungsfreie Nachrichtenübermittlung ermöglicht. jpw

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