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Nach 46 Jahren: Pfeiffer schließt Apotheke

Hagenburg Nach 46 Jahren: Pfeiffer schließt Apotheke

Nach fast einem halben Jahrhundert schließt Bodo Pfeiffer die Apotheke Hagenburg.

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Nach fast einem halben Jahrhundert schließt Bodo Pfeiffer seine Apotheke. 

Quelle: jpw

Hagenburg. Nach genau 46,5 Jahren wird Bodo Pfeiffer am 30. Oktober seine Apotheke an der Langen Straße schließen. Während nur wenige Häuser westlich an der Hauptstraße derzeit an einer neuen Apotheke gebastelt wird, geht der beliebte Apotheker in den Ruhestand.
Sein Weg wird ihn – wie bereits seit einigen Jahren – in sein Haus in Düdinghausen führen. „Ich habe den Ort wegen seiner Ruhe zu schätzen gelernt“, meint er im Gespräch. Aus seinem Wohnhaus gleich neben seiner Apotheke in Hagenburg ist er ausgezogen, geflüchtet vor dem Autolärm an der Bundesstraße.
Pfeiffer ist in Hagenburg zu einer Institution geworden, hat sich eine solche Vertrauensstellung erarbeitet, dass einige Hagenburger bei leichten Beschwerden zuerst zu ihm und dann zum Arzt gingen. Der engagierte Apotheker war sich stets seiner Verantwortung bewusst: „Ich hoffe, ich habe keinen Fehler gemacht“, sagt er leicht schmunzelnd.
Der 74-jährige stammt aus dem Nordhessischen, ein Förstersohn aus der Nähe von Melsungen, drückte mit einem Spross des weltbekannten Pharmaunternehmers B. Braun die Schulbank. Nach vier Semestern Chemie wechselte er zur Pharmazie, arbeitete nach dem Examen in der Apotheke eines Freundes in Dortmund. Von dort aus sah er die Anzeige in den Fachblättern, dass in Hagenburg die Apotheke zu verkaufen war.
Seit 1835 ein traditionsreicher Standort, ursprünglich wohl einige Häuser schräg gegenüber, in der Kurve an der Straße. Pfeifer übernahm am 1. April 1969, an dem die Apotheke schon nicht mehr im ersten Stock untergebracht war, sondern im Anbau. 1980 erweiterte er nach hinten in den Garten. Schnell hatte er sich in Hagenburg eingelebt, ist inzwischen Jagdpächter. „Das liegt nahe als Förstersohn“, meint er und lächelt.
Sein Betrieb verfügt über ein hochmodernes Computersystem „überdimensioniert, ein wenig mein Faible“, bekennt der fast 75-jährige. „Aber ich wollte, dass jede Angestellte einen eigenen Arbeitsplatz hat, damit kein Kunde lange warten muss.“
Pfeiffer selbst zieht eine positive Bilanz der vergangenen Jahrzehnte: „Existenzängste brauchte ich nie zu haben“, sagt er, heutzutage „knabberten die Verlockungen des Internets an den Bilanzen der Apotheken“. Doch in Hagenburg seien die Menschen dagegen noch weitgehend immun.
Und noch etwas, außer dem Einzug des Computers, hat sich im Laufe der 46 Jahre grundlegend geändert: Den klassischen Pillendreher gibt es nicht mehr. „Früher haben wir vieles noch selbst hergestellt“, blickt er zurück, heute seien es in der Hauptsache noch einige Salben. Damit ist nun auch Schluss, die kleinen Dosen mit dem Bild der Kirche und der Adresse der Apotheke werden demnächst zu Sammlerstücken. jpw

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