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Reise in die adelige Vergangenheit

Hagenburg / Erinnerungsbesuch Reise in die adelige Vergangenheit

Ein später Rückblick in die eigene Kindheit: Derselbe verwunschene Ort, dieselbe provinziell-gediegene Umgebung – nur die Gastgeber haben gewechselt: Gemeinsam mit seiner Frau Irene hat Hans Hermann von Tresckow das Schloss Hagenburg besucht. Der heute 83-jährige Adelige aus Hamburg hat dort seine Jugend verbracht.

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Interesse bringt Hans Hermann von Tresckow (rechts) den Antiquitäten von Karl-Heinz Frantz entgegen.

Quelle: jpw

Hagenburg . „Immer mal wieder“, erinnert sich von Tresckow, sei er später in Hagenburg gewesen. Auch zu Einladungen im Schloss. Doch es ist das erste Mal, dass Besitzer Karl-Heinz Frantz das Ehepaar von Tresckow im Schloss begrüßt.

Frantz kann seinem Besucher  den größten Gefallen nicht tun: Die Wohnung, in der von Tresckow mit seinen Eltern gelebt hat, wird zur Zeit renoviert. Der Erinnerungen suchende alte Herr ist ohnehin gefangen vom Zauber des Ortes, von der Rhododendronallee, vom „tollen Blick“ auf den Hagenburger Kanal und auch - gemeinsam mit seiner Frau – von den Antiquitäten, die der Auktionator für die unmittelbar bevorstehende Besichtigung im renovierten Schlossinnern präsentabel bereitgestellt hat.

Von Tresckow hat etwas mitgebracht: Namen und viele Erinnerungen aus seiner Hagenburger Jugend, offenbar bereit gelegt und abrufbar aus seinem Gedächtnis: „Nolten-Gurkenkotzer“ sei der erste Bürgermeister nach dem Krieg gewesen, erinnert er sich, um anschließend mit dem „Maler Krüger“ nicht nur den Nachfolger hinzuzufügen.

An Wilhelm Schaer wendet er sich, um zu erfahren, ob einige der eigenen Freunde aus der Schulzeit noch leben.  Mit Wilhelm Schaers verstorbenem Vater Wilhelm, war von Tresckow befreundet. Der Sohn hat den Kontakt zu Frantz gebahnt, zusammen mit Frau Andrea und Tochter Luna begleitet er die von Tresckows.

„1934 sind wir gekommen“, erinnert sich der Gast „und eigentlich bin ich erst 1947 richtig weg.“ Von Tresckows Vater war ein Bekannter von Wolrad zu Schaumburg-Lippe. Während Wolrad als Chef des Hauses Schaumburg-Lippe zusammen mit seiner Familie Schloss Hagenburg 1945 nicht räumen musste – angeheiratete Verwandtschaft mit dem  englischen Königshaus schützte - besetzten die Alliierten auch den  Fachwerkflügel. Familie von Tresckow musste bei „Schuster Hellenberg“ unterkommen. jpw

  Der berühmte Onkel   Hagenburg.  „Wir saßen am Esstisch, da kam Schneidewind herein.“ Hans Hermann von Tresckow steht im Parterre des Hagenburger Schlosses just an dem Ort, an der er als 14-jähriger vom Attentat auf  Adolf Hitler erfuhr. „Auf den Führer ist ein Attentat verübt worden.“ So habe der Chauffeur am Abend des 20. Juli 1944 die Familie zu Schaumburg-Lippe informiert, sagt der heute 83-jährige und fügt an: „Damals wusste ich noch nicht, dass mein Onkel daran an entscheidender Stelle mitgewirkt hat.“
Es ist das einzige Mal, dass Hans Hermann von Tresckow während seines Besuches auf seinen berühmten Verwandten zu sprechen kommt. Der Generalmajor Henning von Tresckow gilt als die treibende Kraft beim Stauffenberg-Attentat, als eines der entschlossensten Mitglieder des militärischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus.
Ein „zweischneidiges Schwert“ sei das Verhältnis zwischen dem Adel und dem Nationalsozialismus gewesen. Beispiele dafür gäbe es in seiner eigenen Familie sagt erwähnt von Tresckow erwähnt die „Ergebenheitsadresse des Adels an Hitler noch am Abend des 20. Juli“.  jpw

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