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Hagenburg Schwimmbad-Diskussion schlägt weiter Wellen
Schaumburg Seeprovinz Hagenburg Schwimmbad-Diskussion schlägt weiter Wellen
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16:52 12.08.2011
Die Diskussion um den Erhalt des Hagenburger Schwimmbades ist aufgrund des Zauderns der Politiker zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden. © jpw

Hagenburg (jpw). Vor einigen Tagen hat der Bürgermeister der Gemeinde Hagenburg einen Antrag an die Samtgemeinde Sachsenhagen auf 50-prozentigen Zuschuss für die künftigen Betriebskosten gestellt. „Die sollen das jetzt entscheiden“, sagt Möller, der selbst voraussichtlich noch eine Sitzung als Bürgermeister dem Hagenburger Rat vorstehen wird.

Möller hatte sich über den Hagenburger Gemeindedirektor Arthur Adam geärgert, der jüngst in dieser Zeitung mit Blick auf das Schwimmbad äußerte, dass „er seine Schularbeiten gemacht“ hätte. Genau dieses nimmt auch der Bürgermeister für sich in Anspruch und verweist darauf, dass er immer wieder in den verschiedenen Sitzungen der politischen Gremien darauf gedrängt habe, endlich eine Entscheidung zu treffen.

Einen dafür notwendigen Antrag aber hatte bislang keine der im Rat vertretenen Fraktionen gestellt – auch Möllers eigene CDU-Fraktion nicht. Als dies im Umfeld der jüngsten Sitzung CDU-Fraktionsmitglied und Bürgermeisterkandidat Josef Vorderwülbecke schließlich doch vollzog, distanzierte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Rakelbusch öffentlich. Die Verwaltung muss nun diesen Antrag als Antrag eines einzelnen Fraktionsmitgliedes behandeln.
Auch das ärgert Möller, der auf einen Beschluss seiner Partei verweist, der den Erhalt des Bades ausdrücklich vorsieht.

Nicht zuletzt aufgrund der hohen Unterhaltungskosten wittert der altgediente Kommunalpolitiker wohl nicht zu Unrecht zunehmenden, zumindest hinhaltenden Widerstand in allen Fraktionen. Zum Teil wird dieser inzwischen hinter verschlossenen Türen sogar ausgesprochen.

Mit Blick auf die SPD-Fraktion versucht Möller, den jüngst gestorbenen Albert von Schoenebeck als „großen Befürworter des Schwimmbades“ hinzustellen, was speziell beim SPD-Vorsitzenden und Ratsherrn Friedhelm Vogt dem Vernehmen nach bereits zu einiger Verärgerung geführt hat.

Die Entscheidung zwischen dem, was sich die Gemeinde künftig noch leisten kann – das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises dringt seit Jahren auf die Schließung – und dem, was im Sinne der Kinder und dem Status des Luftkurortes wünschenswert wäre, ist längst zu einer kniffeligen Gewissensentscheidung geworden. Die bloße Floskel „Wir wollen das Bad erhalten“ reicht angesichts des erkennbaren Zauderns der Politiker im Wahlkampf den Bürgern längst nicht mehr.